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Kirche der Schutzmantel der Heiligen Gottesmutter

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Nach dem Ersten Weltkrieg und der Revolution von 1917 lebten in Berlin über zweihunderttausend Russen, die meisten von ihnen Angehörige des Adels, die vor dem sowjetischen Regime geflohen waren. Die einzige aktive orthodoxe Gemeinde in der Stadt war damals die Gemeinde einer kleinen Kirche an der russischen Botschaft, die auf Befehl von Nikolaus II. erbaut wurde.

Bei der sowjetischen Botschaft gab es keine Kirche, daher sammelten die Emigranten, von denen viele in Armut lebten und für Essen arbeiteten, Geld und kauften mehrere Etagen in einem Haus nahe dem Kurfürstendamm, wo sie eine Hauskirche einrichteten. Diese Gemeinde kam unter die Jurisdiktion der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland.

Im Jahr 1933, nach dem Machtantritt Hitlers, wurde die orthodoxe Gemeinde repressiert, und die Kirche wurde der Hitlerjugend übergeben. Doch bald wurde die Kirche wiederbelebt, und die orthodoxen Gottesdienste fanden während des gesamten Zweiten Weltkriegs statt. Die Olympischen Spiele 1936, die für die Faschisten ideologisch wichtig waren, führten zu einigen Erleichterungen, und der Gemeinde wurde ein Grundstück für den Bau einer neuen Kirche zur Verfügung gestellt. Die Emigranten sammelten erneut Geld und bauten eine Steinkathedrale, neben der eine russische Schule und ein Gymnasium entstanden. Im Jahr 1938 wurde die Kirche geweiht, und die Priester setzten ihre Dienste in Gefängnissen und Lagern fort, indem sie Kriegsgefangene beichteten.

Als die deutsche Armee Serbien eroberte und orthodoxe Kirchen zerstörte, protestierten die Berliner Priester unter der Leitung des Metropoliten, was überraschenderweise ohne Folgen blieb.

Nach dem Krieg wurde Berlin in Einflusszonen aufgeteilt, und 1946 forderten die sowjetischen Truppen die Kirchenleitung auf, die Kirche zu verlassen. Sie wurde jedoch nicht geschlossen, obwohl die Gemeinde aufgrund politischer Intrigen, die auf die Spaltung der Gemeinde abzielten, litt. Priester wurden aus Westdeutschland geschickt, und sie dienten unter dem Schutz der deutschen Polizei.

Die Gemeindemitglieder der Schutzmantelkirche lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: die Emigranten des frühen Jahrhunderts und ihre Nachkommen, wie Alexandra Obolenskaya, sowie die Jugend, einschließlich der Deutschen, die das orthodoxe Christentum angenommen haben. Unter den Gemeindemitgliedern sind immer mehr Deutsche, während die Russen, die in den neunziger Jahren ausgewandert sind, sich schnell assimilieren. Die Emigranten des frühen Jahrhunderts helfen den neuen Flüchtlingen, ihre Traditionen zu bewahren.

Das Leben der Berliner Gemeinde unterscheidet sich kaum von den Gemeinden in Russland: viele Kinder und ältere Menschen, Vater Andrei vollzieht die Sakramente und spendet den Menschen in Krankenhäusern und Gefängnissen die Kommunion. Die Zahl der russischsprachigen Gefangenen nimmt ab, da die Kinder der Umsiedler sich besser in das neue Leben integrieren. Einerseits ist das erfreulich, andererseits gibt es im Leben im Westen oft keinen Platz für die Kirche.

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