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Wladimir Chawkin

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Manchmal kommt es vor, dass eine herausragende Erfindung in der Heimat keine Anwendung findet, und dann beschließt ihr Autor, sein Glück im Ausland zu versuchen. So erging es auch dem russischen Arzt Wladimir Chawkin, der einen effektiven Impfstoff gegen Cholera entwickelt hat. Aber der Reihe nach.

Wladimir Chawkin wurde im März 1860 geboren. Nach dem Abschluss des Gymnasiums immatrikulierte er sich an der Neurussischen Universität, wo er seine Berufung fand. Die Vorlesungen hielt dort der zukünftige Nobelpreisträger für Physiologie und Medizin Ilja Metschnikow, was Chawkin zur Medizin zog. Metschnikow bemerkte den vielversprechenden Studenten und dank seiner Unterstützung konnte Chawkin ein Praktikum im Ausland absolvieren.

Mit 32 Jahren entwickelte Chawkin nach seiner Rückkehr einen Impfstoff gegen Cholera und testete ihn an sich selbst. Er schlug vor, die Produktion in Russland zu beginnen, erhielt jedoch keine Unterstützung. Enttäuscht reiste er erneut ins Ausland, was man als "Brain Drain" bezeichnen kann. England zeigte Interesse an seiner Entwicklung, da in Indien eine Cholera-Epidemie wütete und dringende Hilfe benötigt wurde. Trotz der Gefahren stimmte Chawkin zu, in die britische Kolonie zu reisen.

Die Inder empfingen ihn jedoch feindlich, und am ersten Tag wurde er fast mit Steinen beworfen. Nur als Wladimir sich vor aller Augen eine Spritze setzte, beruhigten sich die Einheimischen ein wenig. Einige weigerten sich jedoch aus religiösen Überzeugungen, sich impfen zu lassen, und erklärten: "Unser Krankenhaus, unsere Moschee". Diese Stimmung konnte dank des Imams Muhammad Shah Aga Khan geändert werden, der in Anwesenheit seiner Gemeinde freiwillig um eine Injektion bat. So begann die Massenimpfung.

In zwei Jahren Arbeit impfte Chawkin über 40.000 Menschen, und die Epidemie wurde gestoppt. Nach seiner Rückkehr nach London wurde er zum Helden und erhielt den höchsten britischen Orden von Königin Victoria. Tschechow schrieb in einem Brief an Suvorin: "Was die Pest betrifft, ob sie zu uns kommt, kann man im Moment nichts Bestimmtes sagen. Ein gewisses Hoffnungszeichen geben die Impfungen von Chawkin, aber leider ist Chawkin in Russland nicht populär."

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