Der Große Gostiny Dvor, eines der bekanntesten Symbole von Sankt Petersburg, ist heute ein lebendiges Einkaufszentrum, das zahlreiche Geschäfte und öffentliche Räume vereint. Hier verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart und schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Es ist fast unmöglich, ohne einen Kauf zu gehen, und Spaziergänge unter den gewölbten Bögen ermöglichen es, die klassische Architektur zu genießen.
Die Geschichte des Handels an diesem Ort begann fast gleichzeitig mit der Gründung der neuen Hauptstadt. Bis 1720 wuchs hier ein Birkenwald, der bald für den Bau des Zollhauses am Grünen Brücke abgeholzt wurde. Hier wurde die Gebühr für die Benutzung der mautpflichtigen Straße erhoben, was diesem Ort seinen Namen gab. Doch das Holzgebäude brannte 1738 nieder, und es wurde beschlossen, einen neuen Markt näher an der Stadtgrenze zu bauen, an der Stelle des heutigen historischen Zentrums.
Bis 1740 erschienen entlang der Hauptstraße der Stadt Holzstände, und 1748 befahl Kaiserin Elisabeth Petrowna, an ihrer Stelle einen Steinemarkt zu errichten. Der erste Entwurf wurde von Antonio Rinaldi vorgeschlagen, aber er wurde aufgrund von Streitigkeiten über die Finanzierung nicht umgesetzt. 1757 schlug Bartolomeo Rastrelli einen neuen Entwurf vor, aber der Bau wurde erneut verschoben. Schließlich vollendete Jean-Baptiste Vallin de la Mothe das Projekt, und der Bau dauerte fast zwei Jahrzehnte, bis er 1785 abgeschlossen wurde.
Das Gebäude des Gostiny Dvor erwies sich als beeindruckend. Seine Länge entlang der Newski-Prospekt betrug 230 Meter, und der gesamte Umfang 1 km. Die Verkaufsflächen nehmen 13.000 qm ein, und die Gesamtfläche beträgt 78.000 qm. Das Gebäude nahm einen ganzen Block ein, und im Inneren verstecken sich Lager und Büros.
Im Gostiny Dvor wurden verschiedene Waren gehandelt, darunter Manufakturen, Bücher und Schmuck. Hier wurden die ersten Exemplare von Radischews Buch „Reise von Petersburg nach Moskau“ verkauft. Zu den Besitzern der Läden gehörten bekannte Verleger und Bibliografen. Der Gostiny Dvor wurde zu einem Treffpunkt für die Petersburger Elite, wo man die neuesten Nachrichten hören und nützliche Kontakte knüpfen konnte.
Die Revolution veränderte das Leben des Gostiny Dvor. Der Handel kam zum Erliegen, die Läden wurden geplündert, und der Inhalt wurde beschlagnahmt. Das Gebäude sollte abgerissen werden, aber der Krieg begann. Während der Blockade von Leningrad wurde das Gebäude durch Bombenangriffe beschädigt, aber selbst dann fand hier der Handel statt.
Nach dem Krieg wurde das Gebäude restauriert, und 1948 erhielt es den Status eines architektonischen Denkmals. 1967 wurde im Gebäude die Eingangshalle der gleichnamigen U-Bahn-Station eröffnet. Heute ist der Gostiny Dvor nicht nur ein Handels-, sondern auch ein öffentlicher Raum geworden. Hier wurden Erholungszonen, Foodmärkte und Veranstaltungsorte eröffnet. Im Inneren des Gebäudes befindet sich die „Galerie der hohen Mode“, in der Modenschauen und kreative Veranstaltungen stattfinden.
Im zweiten Stock des Kaufhauses kann man eine Wachsfiguren-Ausstellung besuchen, die berühmte Persönlichkeiten und Charaktere aus Büchern und Filmen zeigt. Die Ausstellung wurde von der Petersburger Kunstgemeinschaft „Alex“ erstellt und ist mit Tickets zugänglich. In der Nähe des Gostiny Dvor befinden sich kulturelle Einrichtungen und Theater, in denen häufig Straßenshows stattfinden und Live-Musik erklingt.
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