Eines der bemerkenswertesten historischen Gebäude Saratows, das als Symbol der Stadt gelten kann, ist das Hotel „Moskauer“. Es befindet sich an der Kreuzung der Straßen Moskauer und Gorki (früher Alexandrowskaja). Das erste Hotel an diesem Ort wurde 1873 von G. I. Barykin eröffnet. Im Jahr 1901 wurde nach dem Entwurf von A. M. Salko mit Mitteln der Saratower Gesellschaft für gegenseitige Kredite das moderne Gebäude errichtet, in dem das Hotel unter seinem heutigen Namen erneut eröffnet wurde. Es verfügte über luxuriöse Zimmer, ein Restaurant und einen zweigeschossigen Saal. Im Erdgeschoss befanden sich traditionell Geschäfte, die in der Sowjetzeit durch ein Lebensmittelgeschäft und eine Konditorei ersetzt wurden, die sehr beliebt waren.
Das architektonische Erscheinungsbild des Hotels „Moskauer“ zeichnet sich durch einen Eckturm mit Wetterfahne, elegante gusseiserne Balkone und komplizierte figürliche Mauerwerkselemente im Stil der alten russischen Architektur aus. Zwei unterschiedliche Fassaden des Gebäudes werden durch den Eckturm verbunden. Die Fassade zur Gorki-Straße ist kürzer, unterscheidet sich jedoch von der Fassade zur Moskauer Straße und bewahrt die allgemeine Harmonie des Gebäudes. Der Innenhof ist geräumig, und die originalen gegossenen Balkonbrüstungen und Zäune, die in der Fabrik der Kaufmannsfrau A. V. Chirichina hergestellt wurden, sind bis heute erhalten geblieben.
Früher befand sich hier das Anwesen von O. F. Nikitina mit vier zweigeschossigen und einem einstöckigen Backsteingebäude. Im Jahr 1873 mietete ein Kaufmann, Grigori Barykin, eines davon und eröffnete das Hotel „Moskau“. 1879 erwarb Barykin das Anwesen, verlor es jedoch bald aufgrund von Schulden gegenüber der Saratower Gesellschaft für gegenseitige Kredite. 1880 ging das Hotel in den Besitz der Gesellschaft über, die 1899 beschloss, das Gebäude für eine Bank umzubauen. Das Projekt wurde dem Architekten A. M. Salko anvertraut, der Motive der alten russischen Architektur verwendete. Der Umbau wurde 1901 abgeschlossen, und das Gebäude erhielt sein modernes Aussehen.
Die Inneneinrichtung des Hotels beeindruckte die Saratower: breite Treppen, ein zweigeschossiger Restaurant-Saal mit plastischen Figuren von „Merkur“ in zehn Metern Höhe. Der zweite und dritte Stock beherbergten die Räumlichkeiten der Gesellschaft, das Hotel und Büros. Ab 1902 arbeitete hier das „Nordhotel“, und ab 1906 das „Große Moskauer“, das von Takanaev und Yalymov gemietet wurde. In den letzten drei Jahren vor der Revolution wurde das Hotel von der Bürgerin Zubova gemietet. Das Erdgeschoss wurde an Geschäfte vermietet, darunter das berühmte Teegeschäft von V. Perlov.
Das Gebäude erlangte schnell den Status eines der Symbole Saratows aufgrund seiner Größe, Lage und Architektur. Das Hotel „Moskauer“, zeitweise auch „Großes Moskauer“ genannt, war teuer: die günstigen Zimmer kosteten ab 1 Rubel 25 Kopeken, die teuren bis zu 7 Rubel pro Tag. Im Hotel gab es ein Restaurant, das Gerichte der russischen, französischen und kaukasischen Küche anbot. Im Erdgeschoss befand sich das Teegeschäft von V. Perlov, bekannt für seinen Luxus und die Qualität der Waren. Daneben gab es eine Apotheke.
Im Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude zu einem traumatologischen Institut und später zu einem Krankenhaus. Ab 1925 diente es als Studentenwohnheim, und während des Großen Vaterländischen Krieges als Militärkrankenhaus. Nach dem Krieg wurde das Gebäude erneut ein Hotel. Heute nimmt ein Teil des Gebäudes ein Hotel ein, während ein anderer Teil vermietet wird.
In den 1990er Jahren kam das Hotel in den Verfall, die Räumlichkeiten wurden als Büros und für die Redaktion der Zeitung „Saratower Panorama“ vermietet. Das jahrhundertealte Gebäude war baufällig, und 2004 sowie 2007 begann die Restaurierung: das Erdgeschoss wurde renoviert und das Restaurant „Arbuz“ sowie eine Konditorei eröffnet. In Zukunft ist der Austausch der Holzdecken der oberen Etagen und eine interne Umgestaltung geplant.
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