Igor Sikorsky nannte einst Mikhail Glukharev einen der herausragendsten Konstrukteure in der weltweiten Luftfahrt, und das war durchaus gerechtfertigt. Unser Landsmann brachte viele innovative Ideen ein und entwickelte zahlreiche Fluggeräte. Mikhail Evgenievich wurde 1892 in St. Petersburg geboren und schloss die Militärtechnische Schule ab. Während des Bürgerkriegs schloss er sich den Weißen an und emigrierte später in die USA. Dort gelang es ihm, einen Job in seinem Fach zu finden: Er wurde Konstrukteur und Zeichner bei Sikorsky Aircraft.
Sein erstes bedeutendes Projekt war die Entwicklung eines Flügels mit verbessertem aerodynamischen Profil, was die Geschwindigkeit leichter Flugzeuge um 50 km/h erhöhte und deren Tragfähigkeit steigerte. Dieses Profil erhielt den Namen GS, 1 (Glukharev, Sikorsky, 1) und brachte dem Unternehmen erheblichen Gewinn, da die Kunden für jedes Flügel 2000 Dollar zahlten. Danach widmete sich Glukharev der Konstruktion von Jagdflugzeugen. 1939 entwickelte er ein Kampfflugzeug mit dreieckigem Flügel auf Basis eines schwanzlosen Designs. Nach den Berechnungen des Ingenieurs konnte der Jagdflieger Geschwindigkeiten von bis zu 800 km/h erreichen, hatte eine Reichweite von fast 2000 km und eine Gipfelhöhe von 10 km. Geplant war, es mit sechs Maschinengewehren im Kaliber 12,7 mm zu bewaffnen. Das Projekt fand jedoch kein Interesse bei der US-Luftwaffe, obwohl sich später herausstellte, dass Glukharevs Idee ihrer Zeit voraus war. Auf der Grundlage seiner Zeichnungen wurden in den USA strategische Bomber gebaut.
Später zog Sikorsky den talentierten Konstrukteur zur Modernisierung von Hubschraubern heran. Glukharev war an der Entwicklung von 10 neuen Modellen beteiligt und erfand vollmetallische, austauschbare Rotorblätter. Es ist nicht verwunderlich, dass Mikhail Evgenievich zur rechten Hand von Igor Sikorsky wurde und nach dessen Ruhestand das Unternehmen Sikorsky Aircraft leitete. So leisteten unsere Emigranten einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Flugzeugbaus in den USA.
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