Iya Feshina wurde 1914 in Kasan in der Familie des Künstlers Nikolai Ivanovich Feshin geboren, der bereits damals sowohl in Russland als auch in Europa bekannt war. 1923, als Iya 9 Jahre alt war, emigrierte sie mit ihren Eltern in die USA. Vor der Abreise aus der UdSSR hatte Feshin zahlreiche Studien mit dem Bild seiner Tochter geschaffen. Zunächst ließ sich die Familie in New York nieder, bevor sie nach Los Angeles zog. Unter seinen Arbeiten nehmen die Porträts seiner Frau und Tochter einen besonderen Platz ein. Auf dem Gemälde „Mutter und Tochter“ sind die Frau des Künstlers und Iya beim Lesen eines Buches dargestellt. Auch Iya wurde auf dem Gemälde „Sommer“ festgehalten, das 1926 die Große Silbermedaille auf der Internationalen Ausstellung in Philadelphia erhielt.
Das Haus in Taos war auf die Frau des Künstlers registriert und blieb ihr. Es stellte sich heraus, dass Nikolai Feshin und seine Tochter nicht auf ein selbstständiges Leben vorbereitet waren, da sich Alexandra Feshina um den Haushalt kümmerte. Sie wussten nicht, wie man Schecks ausstellt, Hotelzimmer reserviert und kocht (das einzige Gericht, das Iya zubereiten konnte, war Buchweizenbrei). 1945 heiratete Iya und verließ Kalifornien, wobei sie ihren Vater dort zurückließ.
Iya Feshina studierte modernen Tanz und wurde professionelle Ballerina. In den 1930er Jahren trat sie im Konzertsaal „Hollywood Bowl“ im Ballett „Heilige Frühlings“ von Igor Stravinsky auf. 1936 arbeitete sie in einer Truppe unter der Leitung des Choreografen Lester Horton. Nach dem Ende ihrer Tanzkarriere widmete sich Feshina der Verbindung von Tanz und Psychiatrie und wurde eine der Pionierinnen der Kunsttherapie.
Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1983 erbte Iya Nikolaevna das Haus Feshina in Taos. Sie restaurierte es und stellte die Innenräume wieder her, damit das Haus so aussieht, wie zu Lebzeiten ihres Vaters. Das Haus wurde zu einem privaten Museum, und Iya Nikolaevna gründete das Feshin-Institut, eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung des Hauses.
Mit Hilfe von Iya Feshina fand 1976 eine Ausstellung der Werke des Künstlers in Kasan, Leningrad, Santa Fe und New York statt. Iya setzte sich dafür ein, dass das Haus von Nikolai Feshin in Taos in das National Register of Historic Places der USA aufgenommen wurde. Heute gehört es dem privaten Kunstmuseum von Taos im Feshin-Haus, wo Werke von Nikolai Feshin und Künstlern der Taos Society of Artists aus den 1910er bis 1930er Jahren ausgestellt sind. 2002 wurde Iya Feshina neben ihrem Vater beigesetzt.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.