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Das Haus von Zwetajewa in Tschechien

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Vor hundert Jahren zog Marina Zwetajewa auf den Dachboden des Hauses von Herrn Saska im Dorf Mokropsy bei Prag. In diesem bescheidenen Zimmer mit dem kleinen rhombusförmigen Fenster verbrachte sie anderthalb Monate ihres Emigrantendaseins. Der ungeeignete Dachboden wurde zur zweiten festen Adresse der bekannten russischen Dichterin in Tschechien.

Zunächst lebte Zwetajewa in einem Försterhaus im benachbarten Dorf Černolice, drei Kilometer von der nächsten Eisenbahnstation entfernt, die sie zu Fuß bergauf erreichen musste. Bei erster Gelegenheit zog sie mit ihrer Familie näher um. Das genaue Datum des Umzugs auf den Dachboden ist unbekannt, aber am 23. September 1922 lebte sie bereits dort. Die zehnjährige Tochter der Dichterin, Ariadna, beschrieb den Umzug in ihrem Tagebuch: "Wir packen die Sachen in die Schubkarre, die der Besitzer fährt, und freuen uns, dass wir sie nicht selbst tragen müssen. Ich ziehe meinen Mantel an, stecke Kleingeld in die Taschen, damit es nicht bei den Besitzern bleibt, verabschieden uns und gehen."

Der Besitzer fuhr die Schubkarre, während Marina mit einer Lampe und Spiritus für den Spirituskocher und Ariadna mit Kerosin und einer Kaffeekanne nebenher ging. Sie erreichten den Laden mit dem Namen der Wirtin "Marianna Saskova", bogen zum Hintereingang ab, und die Besitzer halfen, die Sachen nach oben zu bringen. Der Raum war dunkel, mit einem schrägen Fenster, zwei Tischen, zwei Betten und drei Stühlen.

Im Erdgeschoss des Hauses befand sich der Laden von Frau Saskova, der einzige im Dorf. Im zweiten Stock lebten die Besitzer und Alexandra Zacharowna Turzhanskaya mit ihrem Sohn Oleg, die ehemalige Frau des bekannten Regisseurs Viktor Turzhansky, die eine enge Freundin von Zwetajewa wurde. Der unbewohnte Dachboden fiel der Familie von Marina Ivanovna zu. Aus dem Fenster war die lokale Kirche und die Hügel zu sehen.

Ariadna schrieb im Tagebuch: "Jetzt leben wir hier. Marina lässt Sonne und Mond durch das Fenster herein. Sie sitzt und schreibt, wenn sie nicht am Spirituskocher steht. Aus dem Fenster sieht man die bunten Bäume auf dem Hügel. Dort leben zwei Katzen, eine schwarze und eine graue, die man nicht fangen kann."

Auf diesem Dachboden feierte Marina Zwetajewa ihren 30. Geburtstag und schrieb zwei Gedichte aus dem Zyklus "Fabrikgedichte", die ersten, die Prag gewidmet sind. Zehn Tage nach dem Umzug schuf sie das Gedicht "Gott sei Dank, Rauch!", das ihre emigrantischen Erfahrungen widerspiegelt:

Gott sei Dank, Rauch!, Rauch, Gott mit ihm! Aber das Wichtigste, die Feuchtigkeit!

Mit der gleichen Angst, mit der

Man aus einer Wohnung umzieht:

Mit der gleichen Lampe bis zum Schluss, Lampe des Elends, der Studenten, der Vororte.

Wäre da nicht ein Bäumchen für die Kinder!, Und wie ist der Besitzer?

Und ist der Nachbar nicht zu streng?

Der, in Münzen, in Nebeln,

Unbeugsam wie das Schicksal

Vor der Krämpfe der Taschen.

Und wie ist der Nachbar?

Gut wäre ein Junggeselle, aber leise!

Auch gibt es keine Süßigkeiten

In diesem alten, von uns durchdrungenen

Haus, durch und durch durchzogen!

Der Geruch unserer Moder! Wie mit Watte

Im Ohr, gesungen, verwachsen!

Nicht fremd: von uns ergriffen!

Alt ist alt, verfault ist verfault,

Aber alles ist lieb… Und hier: die Nummern doch!

Wie sie in die Welt geboren werden

Weiß ich nicht: aber so sterben sie.

30. September 1922

Im Entwurf des Gedichts war eine Strophe über die Treppe zum Dachboden des Hauses von Herrn Saska:

Steil die Brust herausgestreckt

(Die Unterschiede eines solchen Jahres…)

Gut wäre, leise

Durch den Hintereingang zu schlüpfen!

Geo-Punkt

Дом Цветаевой в Чехии

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