Die Kirche der Himmelfahrt des Herrn wurde 1532 auf Befehl des Großfürsten Wassili III im Dorf Kolomenskoje am steilen Ufer der Moskwa errichtet. Dieses Ereignis wurde anlässlich der Geburt des Thronfolgers, des zukünftigen Zaren Iwan IV. Groznyj, gefeiert. Es wird angenommen, dass der Architekt der Italiener Petrus der Kleine gewesen sein könnte, der auch die Mauern der Kitai-Gorod in Moskau baute.
Die Kirche der Himmelfahrt gilt als Meisterwerk der Weltarchitektur und ist in die UNESCO-Liste aufgenommen. Sie ist die erste steinerne Zeltkirche in Russland. Das Gebäude besteht aus großen Ziegeln und hat eine Basis in Form eines gleichschenkligen Kreuzes, auf dem ein hoher Zeltbau mit klaren Kanten emporragt. Rund um die Kirche befindet sich eine Galerie, zu der drei hohe Eingänge führen. An der östlichen Seite der Galerie hat sich ein geschnitzter Steinthron erhalten. Kolomenskoje diente als kaiserliche Residenz, und die Kirche war ausschließlich für die Familie des Herrschers bestimmt, weshalb ihr Innenraum klein ist. Im 16. Jahrhundert wurde ein separater Glockenturm erbaut, der zur Glockenstube der Himmelfahrtskirche wurde und später zur Kirche des heiligen Georgs des Siegers wurde. Der Glockenturm wurde an der Stelle der hölzernen Georgskirche errichtet, die von Dmitri Donskoi gebaut wurde. Der Bau begann ebenfalls unter Wassili III zur Feier der Geburt seines zweiten Sohnes, Jurij (bei der Taufe Georg). Im Jahr 1843 wurde die Kirche nach dem Entwurf des Architekten E. D. Tjurin abgerissen und neu gebaut, wobei Elemente der Dekoration und Proportionen des alten Gebäudes verwendet wurden.
Die Kirche der Himmelfahrt des Herrn in Kolomenskoje ist auch bekannt dafür, dass im März 1917 in ihrem Keller eines der am meisten verehrten Ikonen der Gottesmutter, die „Derschawnaja“, entdeckt wurde. Ursprünglich wurde die Kirche als Sommerkirche erbaut und wird heute nicht beheizt. Die gefundene Ikone wird in der nahegelegenen Kazan-Kirche aufbewahrt. Das Fundament der Kirche benötigt regelmäßige Reparaturen, da es am steilen rechten Ufer der Moskwa liegt und den Abwässern ausgesetzt ist.
In der Sowjetzeit wurde die Kirche der Himmelfahrt geschlossen und dem Museum für russische Architektur übergeben. Derzeit ist sie Teil des Museumsreservats „Kolomenskoje“.
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