Der Vorhallen-Tempel des Heiligen Johannes des Täufers wurde in drei Jahren erbaut und 1698 fertiggestellt, gleichzeitig mit dem Bau der Heiligen Tore. Die Kirche des Heiligen Johannes des Täufers zeichnet sich durch ihr einzigartiges Erscheinungsbild aus und ist ein herausragendes architektonisches Denkmal, das harmonisch mit der Kirche des Heiligen Geistes verbunden ist. Viele Forscher vermuten, dass sie von dem Architekten Jakow Grigorjewitsch Buchwostow entworfen wurde. Die Kirche wirkt leicht und strebt in die Höhe, und ihre Außenwände sowie die Heiligen Tore sind reich mit Steinmetzarbeiten verziert. Der Schwerpunkt der Gestaltung liegt auf dem Achteck, dessen Flächen mit acht identischen weißen Steinrahmen versehen sind. In dreien davon befinden sich Fenster, im östlichen ein falsches Fenster, und in den anderen große keramische Figuren der Evangelisten, einzigartige Fliesen, die bis heute erhalten geblieben sind. In Russland wurden Kirchen oft mit Fliesenbildern geschmückt, aber hier sind es nicht einfach "Quadrate" oder "Streifen". Zwischen den Fenstern auf den Flächen des Achtecks befinden sich große, fast menschgroße, mehrfarbige Paneele mit Darstellungen der Evangelisten, die von der Erde aus gut sichtbar sind. Der Schöpfer dieser Fliesenfiguren war der Meister Stepan Polubes, bekannt für seine Arbeiten in Moskau und Umgebung sowie im Josepho-Wolozki und Neuen Jerusalem Kloster. Diese wertvollen Reliefs, wie auch die Seraphim für die Speisesaal, wurden in Moskau hergestellt und 1691 bei dem Meister gekauft. Die Kirche des Heiligen Johannes des Täufers über den Heiligen Toren wurde gleichzeitig mit der östlichen Klostermauer erbaut und 1698 vollendet. Diese kleine zweigeschossige Kirche, die ein Achteck auf einem Viereck darstellt, endet mit einer achteckigen Trommel und einer Kuppel. Die kubische Form der Heiligen Tore dient sowohl als Sockel als auch als Vorhalle für die Kirche. Diese beiden Bauwerke, die Kirche und die Tore, sind architektonisch so gut miteinander verbunden, dass sie als eine Einheit wahrgenommen werden. Der Baumeister verwendete eine gestufte Anordnung der Volumen und löste deren Fassaden unterschiedlich. Die östliche Fassade, die zur äußeren Seite der Klostermauer zeigt, ist wie ein Durchfahrtsturm der Festung gestaltet. Der äußere Teil der Tore mit der Apsis der Kirche ist nach vorne versetzt und schlicht, fast ohne Dekor, gestaltet. Die kleinen Fenster der Apsis erinnern an Schießscharten. Die Strenge der Fassade wird durch die halbrunden Säulen an den Ecken der Tore und das dreifache Archivolte mit einer weißen Steinwaage über dem Bogen gemildert. Das Achteck, das in den Hintergrund tritt, lenkt die Aufmerksamkeit nach innen ins Kloster und lädt den Besucher ein, einzutreten. Die westliche Fassade der Vorhallen-Kirche und der Heiligen Tore wirkt leicht und elegant dank der Komposition aus drei Torbögen und der gelungenen Abwechslung von den niedrigen Vierecken mit dem hohen Achteck und der kleinen, facettierten Kuppel. Der zentrale Bogen ist mit einer weißen Steinwaage und einem dreifachen Archivolte gekennzeichnet. Die seitlichen Bögen führen zu offenen Loggien, von denen aus man in die Wachräume gelangen kann. Zwischen den Bögen stehen schlanke, paarweise angeordnete Halbsäulen mit originellen Kapitellen, die das Gesims der Tore mit einer weißen Steinbrüstung stützen, die das Podest der Kirche umschließt, die den zweiten Stock der Heiligen Tore einnimmt.
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