Im Jahr 1879 wurde nach dem Entwurf des Architekten A.M. Salko an der Kreuzung der Moskauer und Nikolaistraße (heute Radischewstraße) ein dreistöckiges Gebäude des Bezirksgerichts errichtet. In den Jahren 1882-1883 wurde ein Gebäude der Gerichtskammer angebaut, das zuvor an den gubernialen Präsenzorten auf dem Kathedralplatz stand. In den Jahren 1898-1899 wurde an der Nikolaistraße ein weiterer Anbau für die Handelsakademie errichtet, ebenfalls nach dem Entwurf von Salko.
Das im eklektizistischen Stil gestaltete Gebäude war zum Zeitpunkt seiner Errichtung eines der größten in Saratow. Vor der Revolution wurde das Erdgeschoss für Geschäfte und andere kommerzielle Einrichtungen genutzt. Im Gebäude befand sich das Haus der „Gesellschaft der Kaufleute und Bürger“, in dessen Erdgeschoss sich Geschäfte, die Konditorei von P.L. Dawydow, die Buchhandlung „Sowremennik“, ein Lebensmittelgeschäft, in dem man Räucherwaren, getrocknete Pilze, Hering und Kaviar sowie einen Teeladen von F.S. Machonow kaufen konnte, befanden. In den oberen Etagen waren das Bezirksgericht, der Kongress der Friedensrichter, die Zellen der Friedensrichter und die Gerichtskammer sowie Büros für die Gerichtsmitarbeiter, einschließlich Staatsanwälten, Ermittlern, Geschworenen und Gerichtsvollziehern untergebracht. Von 1902 bis 1917 fanden hier zahlreiche Gerichtsverfahren statt, nach denen die Verurteilten in das Gefängnis an der Ecke der Moskauer und Astrakhanstraße gebracht wurden.
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