In alten Zeiten im Russischen Kaiserreich war der Satz "Brötchen von Filippow" ein Symbol für hohe Qualität, und Iwan Maximowitsch Filippow galt als einer der bekanntesten Konditoren Moskaus. Er erbte das Konditoreigeschäft von seinem Vater und brachte es auf ein zuvor nie gesehenes Niveau. Der erste Laden von Iwan Maximowitsch befand sich direkt in der Bäckerei und produzierte Brot in kleinen Mengen. Die Käufer waren begeistert, und auf die Frage nach dem Geheimnis dieser erstaunlichen Laibe antwortete Filippow: "Das Mehl ist von mir, ich kaufe ausgesuchte Roggen, damit weder Körner noch Staub enthalten sind."
Bis zu den 1840er Jahren gab es in Moskau bereits ein Netzwerk von Filippows Konditoreien. Das Sortiment beeindruckte durch Vielfalt und konnte den Geschmack jedes Feinschmeckers befriedigen: Kalochi, Wituschki, französische Baguettes, gepökeltes Brot, Rigas, Borodiner, Säckchen mit Mohn, Piroggen mit verschiedenen Füllungen und vieles mehr. Besonders beliebt waren die Säckchen mit Rosinen, über deren Entstehung eine interessante Legende existiert.
Zu dieser Zeit lieferte Filippow seine Produkte an den Moskauer Generalgouverneur Arsenij Sakrewskij. Jeden Morgen wurde frisches Gebäck aus den Geschäften des Kaufmanns geliefert. Eines Tages fand der Generalgouverneur in einem Säckchen eine gebratene Kakerlake. Filippow wurde umgehend zur Erklärung gerufen. Doch Iwan Maximowitsch kam geschickt aus der Situation heraus, indem er erklärte, dass es sich nicht um eine Kakerlake, sondern um eine Rosine handele, und er aß das Insekt ruhig auf. Der Konflikt konnte beigelegt werden, aber sofort danach eilte Filippow in die Bäckerei, schubste die Köche zur Seite und, schnappte sich eine Schüssel mit Rosinen, fügte sie dem Teig hinzu. Nach ein paar Stunden lieferte er persönlich neue Säckchen an Sakrewskij. Später kamen sie in den Verkauf und wurden zu einer der Visitenkarten dieses kulinarischen Genies.
Bis zu den 1850er Jahren hatte Filippows Geschäft seinen Höhepunkt erreicht. Konditoreien eröffneten auch in anderen Städten, und 1855 erhielt er den Titel des Lieferanten des Hofes Seiner Kaiserlichen Majestät, was ein Zeichen für besondere Produktqualität war. Iwan Maximowitsch starb 1878, aber sein Konditorgeschäft existierte noch mehrere Jahrzehnte weiter.
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