Am linken Ufer des Flusses Medwediza, an der Mündung des Dobrynka, liegt das Dorf Niedere Dobrynka. Auf der gegenüberliegenden Seite der Medwediza entlang des Flusses befindet sich das Dorf Jegorowka. Unterhalb von Jegorowka liegt das ehemalige Anwesen des Kaufmanns Borel, heute eine Arbeitersiedlung Mühle. Aufgrund der jahrhundertelangen Verlagerung des Flussbettes nach rechts entstand eine breite Niederung, die mit gemischtem Laubwald und Wiesen bedeckt ist. Im Frühling während der Hochwasserzeit werden der Wald und die Wiesen überflutet. An der höchsten Stelle der Siedlung erhebt sich das Gebäude der Mühle, das an ein altes Schloss erinnert. Seine Türmchen, geschmückt mit Spitzen, ähneln startenden Raketen und sind von weitem sichtbar, was die Aufmerksamkeit der Vorbeifahrenden auf sich zieht. Das Gebäude ist monumental, aber nicht schwerfällig, als strebe es in die Höhe. Der aschgrau-rosafarbene Ziegel hat seine Farbe seit dem Bau behalten.
Ivan Borel gründete 1848 eine Handelsfirma und erwarb 1876 Grundstücke zwei Kilometer vom Dorf Niedere Dobrynka im Kreis Kamyschin zum Bau einer Mühle und eines Anwesens.
Von 1892 bis 1908 wurden in der Mühle im Dorf Niedere Dobrynka 36 Millionen Pud Weizen verarbeitet.
Im Jahr 1890, mit dem Beginn des Baus einer neuen Eisenbahn, wurde die Mühle in Niedere Dobrynka erweitert und die Produktion modernisiert, indem fortschrittliche Technologien eingeführt wurden. Das Gebäude hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Bauern: aus rotem Ziegel, fünfstöckig, mit Ecktürmen, erinnerte es an ein mittelalterliches Schloss im gotischen Stil. Zeitgenössische Experten schätzten, dass das Gebäude mindestens 200 Jahre halten könnte.
Es gibt das Gerücht, dass beim Bau Hühnereier zum Mörtel hinzugefügt wurden, um die Festigkeit zu erhöhen. Und tatsächlich gibt es in der Mauer bis heute keine Risse. Als man von der neuen Mühle erfuhr, begann man, Getreide aus verschiedenen Orten wie Balaschow und Saratow herzubringen. Das Mehl wurde per Eisenbahn nach Astrachan, Kamyschin, Nischni Nowgorod, Petersburg, Moskau und sogar ins Ausland verschickt.
Nach der Revolution wurde die Mühle nationalisiert und erlebte Höhen und Tiefen. Heutzutage ist das Unternehmen, bekannt als LLC „Borelsche Mühle“, ein moderner Produktionskomplex von 7,4 Hektar.
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