In der Staniza Ternowskaja in Kuban wuchs der Junge Wanja Baldirew auf. Die Eltern, Kosaken, hielten ihn für schwach und nicht sehr klug: Er hielt sich schlecht im Sattel, konnte nicht mit dem Schwert umgehen und zeigte kein Interesse an militärischen Angelegenheiten. Doch Wanja war von Technik begeistert. Er verstand viel von Mechanismen und liebte es, Dinge zu reparieren, weshalb alle Uhren in der Staniza wie Schweizer Uhren funktionierten. Mit 19 Jahren wurde er in die Armee eingezogen, und die Eltern hofften, dass er dort die nötigen Fähigkeiten erwerben würde. Aber Iwan lief weg und ließ sich in Nowotscherkassk nieder.
Dort bemerkte er ein Fotostudio mit reichem Dekor und vielfältiger Ausrüstung. Baldirew überzeugte den Besitzer, ihn zumindest als Helfer zu nehmen. Schon nach einem Jahr schuf Iwan seine erste Erfindung, das "universelle Weitwinkelobjektiv", das in Nowotscherkassk für Aufsehen sorgte. Bald wollte er die Hauptstadt erobern, und seine Arbeiten hinterließen einen bleibenden Eindruck bei der lokalen Bohème. Doch Iwan war das nicht genug, er träumte von einem großen Projekt und plante eine Serie von Fotos über die Donkosaken.
Fast zwei Jahre lang fotografierte er seine "Verwandten" auf dem von ihm erfundenen flexiblen Film. Bis dahin verwendeten alle Fotografen Glasplatten, die zerbrechlich und teuer waren. Iwan erfand ein leichtes, robustes und flexibles Material für die Fotounterlage und schuf den ersten Fotofilm, der der in unseren "Knipskameras" verwendeten Vorgänger war. Die Aufnahmen waren großartig. Baldirew wollte seinen Film patentieren lassen, aber dafür benötigte er 150 Rubel, und die Technische Gesellschaft hinderte ihn daran, da dies den Herstellern von Glasplatten Verluste drohte.
Zu dieser Zeit hatte George Eastman in den USA eine ähnliche Technologie erworben und schnell in die Produktion gebracht, indem er das berühmte Fotoimperium Kodak gründete. Die Spuren von Wanja Baldirew gingen noch vor der Revolution verloren, und sein Traum erfüllte sich leider nicht.
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