Mitrofan Petrowitsch Belyaev, Vertreter des Petersburger Kaufmannsstandes, war ein großherziger Mensch, der sich durch Bescheidenheit und guten Geschmack auszeichnete. Schon in jungen Jahren begeisterte er sich für Musik und studierte ernsthaft das Spielen verschiedener Instrumente, was sein ganzes Leben beeinflusste.
Mitrofan wurde 1836 in Petersburg in einer Familie von Holzindustriellen geboren, die das Recht auf den Auslandshandel hatte. Nach einer guten Ausbildung widmete sich Belyaev dem Handel und reiste oft geschäftlich nach Europa, wo er zahlreiche Grammophonplatten erwarb.
Ab 1884 übernahm sein jüngerer Bruder Sergej das Familiengeschäft, während Mitrofan sich dem Mäzenatentum widmete. In seinem Haus in Petersburg veranstaltete er freitags musikalische Abende, bei denen Werke sowohl bekannter als auch junger Komponisten zu hören waren.
Im Laufe der Zeit versammelte Belyaev um sich Musikliebhaber. Zu den Teilnehmern seines Kreises gehörten so bekannte Persönlichkeiten wie Peter Tschaikowski, Anatoli Ljadow, Alexander Glasunow, Alexander Skrjabin, Alexander Borodin und Sergej Taneyev. Mitrofan Petrowitsch unterstützte aktiv talentierte Musiker, veranstaltete Wettbewerbe, stiftete einen Preis zu Ehren von Michail Glinka und förderte finanziell junge Talente.
Pragmatisch gründete Belyaev in Deutschland die Notenverlagfirma „M. P. Belaieff, Leipzig“, um Werke russischer Komponisten zu veröffentlichen und die russische Musik zu popularisieren. Diese Firma sorgte auch für den Schutz der Urheberrechte russischer Komponisten im Westen.
Mitrofan Petrowitsch Belyaev, bekannter Mäzen und Wohltäter, starb 1903. Er widmete sein Leben, seine Energie und Mittel der Entwicklung der russischen Musikkunst. In Petersburg ist geplant, zu seinem Geburtstag am 22. Februar 2023 ein Museum-Appartement von Belyaev zu eröffnen.
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