Michał Alexandrowitsch Bakunin (1814, 1876) war ein russischer Revolutionär und Publizist, einer der Gründer des Anarchismus und Ideologe des Narodniks. Er wurde am 30. Mai 1814 im Dorf Prjamuchino in der Twerer Provinz in eine Adelsfamilie geboren. 1829 trat er in die Artillerieschule in Petersburg ein, wurde jedoch 1834 wegen ungebührlichen Verhaltens gegenüber Vorgesetzten ausgeschlossen.
Ende der 1830er Jahre näherte sich Bakunin W. G. Belinski, A. I. Herzen und N. P. Ogarev und wurde ein Anhänger der Hegelschen Philosophie. 1840 ging er ins Ausland, wo er europäische Revolutionäre traf. Die Ideen von Proudhon, einem der Theoretiker des Anarchismus, hatten großen Einfluss auf ihn. Während der europäischen Revolutionen von 1848 und 1849 nahm Bakunin aktiv an den Ereignissen in Paris, Prag und Dresden teil. Nach der Niederlage in Dresden wurde er verhaftet und landete in den Gefängnissen von Sachsen und Österreich, wo er zwei Todesurteile erhielt, die in lebenslange Haft umgewandelt wurden. 1851 übergaben die österreichischen Behörden ihn an Russland. Sechs Jahre verbrachte er in der Peter-und-Paul-Festung, danach wurde er nach Sibirien verbannt, wo er 1861 flüchtete. Später kam er nach England und begann mit Herzen und Ogarev zusammenzuarbeiten, um die Zeitschrift „Der Glocke“ herauszugeben. 1864 und 1867 lebte Bakunin in Italien, wo er die erste anarchistische Organisation „Internationale Bruderschaft“ gründete. Er baute aktiv ein Netzwerk geheimer revolutionärer Gesellschaften in Europa auf und beteiligte sich an Aufständen in Polen (1863), Lyon (1870) und Bologna (1874). 1868 trat Bakunin in Genf dem Ersten Internationalen bei, aber seine Ideen, die den Staat als Instrument der Gewalt ablehnten, standen im Widerspruch zu Marx' Ansichten, was zu ihrem Konflikt führte. Infolgedessen wurden Bakunin und seine Anhänger 1872 aus dem Internationalen ausgeschlossen und gründeten ihre eigene internationale Gemeinschaft, die „Internationale der Anarchisten“. Bakunin schrieb zahlreiche Werke über Philosophie, Politik und Wirtschaft. Sein Buch „Staatlichkeit und Anarchie“ (1873) erlangte die größte Bekanntheit und legte seine Theorie dar, die die Notwendigkeit politischer Macht und Zentralisierung sowie die Nutzung staatlicher Macht zu revolutionären Zwecken ablehnt.
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