Grigorij Christoforowitsch Bachtscharajzew, geboren in Nachitschewan am Don, war einer der bemerkenswerten Unternehmer und gesellschaftlichen Akteure des vorrevolutionären Rostow am Don. Nachitschewan war zu dieser Zeit eine eigenständige Stadt. Geboren im Jahr 1852 in einer wohlhabenden armenischen Familie, deren Vorfahren vor dem türkischen Völkermord zur Zeit von Katharina der Großen ins Dongebiet geflüchtet waren, erhielt er eine ausgezeichnete Hausbildung.
Grigorij Christoforowitsch wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann und übernahm im Alter von 30 Jahren das Amt eines Stadtverordneten in der Rostower Stadtverordnetenversammlung, das er bis 1917 innehatte. Sein bis heute erhaltenes Mietshaus ist jetzt das zentrale Kaufhaus von Rostow am Don. Als Kaufmann der 2. Gilde war er zusammen mit seinem Bruder Emmanuel einer der größten Schuhhändler. Er besaß auch Land mit einem großen Garten im Landkreis Simferopol sowie Häuser in Nachitschewan und Rostow.
Grigorij Christoforowitsch nahm aktiv am gesellschaftlichen Leben teil, war Mitglied der Duma und hatte Positionen in der Kommission für die Pflasterung von Straßen, der Handelsdeputation und der Kommission für die Gemeindesteuer inne. Ab 1915 war er auch ehrenamtlicher Friedensrichter im Rostower Gerichtsbezirk. Darüber hinaus ist er bekannt als Vorsitzender der Gartenbaugesellschaft und Organisator des ersten Baumpflanzfestes in Rostow am Don, das von 1910 bis zur Revolution stattfand. In dieser Zeit redigierte er auch die Rostower Zeitschrift „Gartenbauer“.
Nach dem Machtantritt der Sowjets verlor Grigorij Christoforowitsch fast sein gesamtes Vermögen, seine Gesundheit verschlechterte sich stark, und im Jahr 1920 verstarb er.
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