Aus der Gosse in den Adel, aus dem Adel in die Gosse.
Dieses Sprichwort wird oft verwendet, um den Lebensweg des Vertrauten von Peter dem Großen, Alexander Menshikow, zu beschreiben. Doch ebenso eindrucksvoll und tragisch war das Schicksal des ersten russischen Kaufmanns Ksenofont Anfilatov, der den Handel mit den USA über den Atlantik eröffnete. Er wurde 1761 in einem armen Dorf im Slobodskoy-Kreis der Wjatka-Gouvernement, heute Oblast Kirov, geboren. Seine Eltern waren Leibeigene.
Den Weg ins Leben eröffnete dem zukünftigen Kaufmann sein Onkel Luka. Dank seiner Unterstützung erhielt Ksenofont Anfilatov im Januar 1778 einen Reisepass für Reisen zu den russischen Kleinrussischen und sibirischen Städten zum Zwecke des Handels. Genau dann begann er, Handelskarawanen zu organisieren. Die Geschäfte liefen gut, und bis zu seinem 30. Lebensjahr hatte Anfilatov ein beträchtliches Vermögen angesammelt. Er investierte Geld in den Kauf einer zweimastigen Brigantine, die im Hafen von Archangelsk lag. Zusammen mit Onkel Luka transportierten sie Wein, Getreide, Mehl und andere Waren und erschlossen die nördlichen Meere. Alles lief gut, doch 1797 erkrankte sein geliebter Onkel Luka schwer und starb, wodurch Ksenofont die gesamte Verantwortung übernahm. Zudem wurde der Seehandel mit europäischen Ländern aufgrund der Napoleonischen Kriege weniger profitabel. 1805 hatte Anfilatov die Idee, Handelsbeziehungen mit den USA über den Atlantik aufzubauen.
Mit dieser Idee wandte er sich an die Regierung. Alexander I. unterstützte ihn und ordnete an, drei Schiffe steuerfrei nach Amerika zu senden. Doch es fehlte an Mitteln. Anfilatov wurde ein Kredit in Höhe von 200.000 Rubel gewährt. Bald verließen zwei Schiffe die russischen Küsten: die "Johannes Kaprist" von Archangelsk nach New York und die "Erz-Engel Michael" von St. Petersburg nach Boston. Es war ein riskantes Unternehmen, und die Firma konnte scheitern, aber bei der Rückkehr nach Russland betrug der Gewinn über eine Million. Seitdem wurde der Handelsweg zu den USA etabliert. Doch aufgrund der ständig wechselnden diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern gingen die Geschäfte schlechter. Bald wurde Anfilatov für bankrott erklärt.
Die Firma musste geschlossen werden, und er kehrte in seine Heimat nach Wjatka als Bürger zurück. Zu diesem Kummer kam ein weiteres Unglück hinzu: Nach ein paar Jahren ertrank sein Sohn Irakli. So blieb der Kaufmann mit nichts zurück.
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