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Werk «Sormowo»

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Der Wolga-Kama-Wasserweg, als eine der wichtigsten Handels- und Verkehrsadern Russlands, sah sich im 19. Jahrhundert der Notwendigkeit zur Modernisierung und dem Übergang zur Nutzung von Dampfschiffen gegenüber. Diese Anforderung der Zeit wurde zum Katalysator für die Gründung der „Nischni Nowgoroder Maschinenfabrik und Wolga-Schlepper- und Transportgesellschaft“ in Sankt Petersburg am 8. März 1849. Die Gründer der Gesellschaft waren einflussreiche Persönlichkeiten ihrer Zeit: Lew Wiktorowitsch Kochubey, Sohn des Vorsitzenden des Staatsrates, Flügeladjutant des kaiserlichen Gefolges Wladimir Alexandrowitsch Menshikov, Sohn des Leiters des Marineamtes, und der Industrie- und Finanzmagnat Dmitri Egorowitsch Benardaki.

Seit seiner Gründung wurde das Werk „Rotes Sormowo“ zu einem wichtigen Teil der russischen Industrie, wechselte regelmäßig die Eigentümer und passte sich den Anforderungen der Zeit an. In der vorrevolutionären Zeit stellte das Werk 489 Schiffe her, was seinen erheblichen Beitrag zum Schiffbau belegt. Im Jahr 1887 baute das Werk auf Auftrag der Ölgesellschaft „Gesellschaft der Ölproduktion der Brüder Nobel“ den ersten Seetanker, was einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Ölindustrie darstellte.

Im Jahr 1896 präsentierte das Werk während der Allrussischen Ausstellung in Nischni Nowgorod die zweideckigen Rad-Passagierschiffe „Imperator Nikolai II“ und „Imperatrix Alexandra“, die erstmals mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet waren, was einen innovativen Schritt im Schiffbau darstellte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Werk auch zum Pionier in der Schaffung der ersten Passagierschiffe der Welt. In den Jahren 1903 und 1904 wurden für die „Gesellschaft der Brüder Nobel“ die Diesel-Elektroschiffe „Wandal“ und „Sarmat“ gebaut, was den Beginn einer neuen Ära im Schiffbau markierte.

Das Werk „Rotes Sormowo“ zeichnete sich auch in der Produktion von Dampfmotoren aus. Im Jahr 1902 wurden für den Kreuzer „Ochakov“ zwei der größten Dampfmotoren Russlands zu dieser Zeit gebaut. In den folgenden Jahren erweiterte das Werk die Produktion und stellte Dampfschiffe, Fähren und den ersten Seedieselmotor-Tanker Russlands her. Im Jahr 1910 wurde unter der Leitung des Ingenieurs Boris Sergejewitsch Malachowski die erste Lokomotive der Serie S, bekannt als „Sormowskij“, gebaut, die als beste Passagierlokomotive der vorrevolutionären Zeit Russlands Anerkennung fand.

Die Geschichte des Werkes war jedoch nicht ohne Schwierigkeiten. Am 18. Januar 1970 ereignete sich im Werk ein radiologischer Unfall beim Bau eines Atom-U-Bootes des Projekts 670 „Skat“. Während der Tests des Reaktors VM-4-1 kam es zu einem unautorisierten Start, was zu seiner teilweisen Zerstörung und einem radioaktiven Austritt führte. Dieses tragische Ereignis wurde zu einem der schwersten Unfälle in der Geschichte des Werkes.

Mit der Entwicklung der Technologien und der Veränderung der wirtschaftlichen Situation passte sich das Werk weiterhin an und bewahrte seine Bedeutung in der russischen Industrie. Im Jahr 1994 wurde es zu einer offenen Aktiengesellschaft, und seit 2015 hat es den Status einer börsennotierten Aktiengesellschaft erhalten. Heute bleibt „Rotes Sormowo“ eines der größten Schiffbauunternehmen Russlands, das sich auf die Herstellung von Binnen- und Fluss-Meer-Schiffen sowie Ausrüstungen für Bohranlagen und landwirtschaftliche Maschinen spezialisiert.

Geo-Punkt

Завод «Сормово»

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