Der berühmte Maler Nikolai Jaroschenko wurde von seinen Zeitgenossen als General unter den Künstlern der Wanderer bezeichnet. Er vereinte geschickt zwei völlig verschiedene Bereiche: den Militärdienst, in dem er bis zum General aufstieg, und die Malerei, die ihm weltweite Bekanntheit einbrachte.
Als Kolja neun Jahre alt war, wurde er in das Poltawa Kadettenkorps aufgenommen. Dort lernten die Kadetten neben militärischen Disziplinen auch das Zeichnen, für das der zukünftige Künstler ein besonderes Talent hatte. Später studierte Nikolai an der Petersburger Militär-Artillerieschule und besuchte abendliche Zeichenkurse an der Akademie der Künste, wo Iwan Kramskoi unterrichtete. Sein starker Charakter erlaubte es Nikolai, mit voller Hingabe zu arbeiten. Er widmete seine gesamte Freizeit der Malerei, diente jedoch fleißig, um seinen Vater nicht zu enttäuschen, der davon träumte, ihn als Berufsoffizier zu sehen.
Im Jahr 1875 debütierte Jaroschenko auf der vierten Wander-Ausstellung mit dem Gemälde „Newski-Prospekt bei Nacht“. Es zeigt eine regnerische Nacht und zwei Frauen, die sich an der Tür eines wohlhabenden Hauses aneinanderdrücken, da das Schicksal sie auf die Straße gezwungen hat. Leider wurde dieses Werk während des Zweiten Weltkriegs zerstört.
Bis zu seinem Rücktritt war Jaroschenko oft im Nordkaukasus und brachte von dort „fantastische“ Landschaften mit, die bei der städtischen Öffentlichkeit für Furore sorgten. In jenen Zeiten war der Nordkaukasus für die meisten Russen ein ferner und unerforschter Ort. Daher hielten die Zuschauer das auf der Ausstellung präsentierte Gemälde mit Blick auf den Elbrus für das Produkt der Fantasie des Künstlers.
Das Gemälde „Überall Leben“, das 1888 entstand, wurde zum Höhepunkt der künstlerischen Reife Jaroschenkos und erhielt breite Anerkennung auf der XVI. Wander-Ausstellung. Die originale Komposition dieses Werkes erinnert an einen Moment aus dem Leben: ein Fenster des Waggons, Menschen hinter Gittern, Bretter des Bahnsteigs, Vögel. Dies schafft den Eindruck einer flüchtigen Szene und macht das Bild glaubwürdig und lebendig.
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