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Baroness Julia Petrowna Vrewskaja

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Unter den russischen Schwestern der Barmherzigkeit gab es viele tapfere Heldinnen, und eine von ihnen war Baroness Julia Petrowna Vrewskaja. Sie widmete ihr Leben der Rettung von Soldaten während des Russisch-Türkischen Krieges von 1877-1878.

Julia Petrowna wurde in eine wohlhabende Adelsfamilie geboren und wurde früh verwitwet. Sie diente als Hofdame bei der Kaiserin und reiste viel durch Europa. Vrewskaja freundete sich mit bekannten Schriftstellern, Künstlern und Komponisten an, wie Ivan Turgenew und Victor Hugo, die sie bewunderten.

Sie hätte weiterhin ein sorgenfreies Leben in der Gesellschaft führen können, aber als der Krieg auf dem Balkan begann, verkaufte die Baroness ihr Anwesen und organisierte mit dem Erlös ein Sanitätsteam. Nach einer medizinischen Ausbildung begann sie dort als Schwester der Barmherzigkeit zu arbeiten.

In der Frontzone arbeitete Julia Petrowna bis in die frühen Morgenstunden, half beim Verbinden der Verwundeten, fütterte sie, gab Spritzen und wischte den Boden. In ihren Briefen nach Hause schrieb sie: „Die Soldaten leiden schrecklich. Mir wurde ein verrückter Soldat zugeteilt, er war kaum in einem Bett mit einer Zwangsjacke festgebunden, aber er zappelt trotzdem. Ich habe Mitleid mit ihm. Ich füttere ihn, und er erkennt mich.“

Vrewskaja diente selbstlos ihren Mitmenschen. Als man ihr von einer Auszeichnung berichtete und ihr Urlaub angeboten wurde, antwortete sie scharf: „Wir sind hier, um zu helfen, und nicht um Orden zu empfangen.“ Statt Urlaub wechselte sie in ein anderes Lazarett, noch näher zur Front.

Dort nahm sie an Kampfhandlungen teil, zog Verwundete vom Schlachtfeld und leistete Erste Hilfe, und half dann in der chirurgischen Abteilung. Vrewskaja scheute sich nicht, auch in den Infektionsbaracken zu arbeiten, wo sie sich mit Fleckfieber ansteckte und schwer erkrankte. Im Januar 1878 starb sie.

Zu ihrer Beerdigung kamen viele Soldaten, denen sie einst geholfen hatte. In Bulgarien wurde sie nicht vergessen: In der Stadt Bjale, wo sich das Lazarett befand, wurde eine Straße nach ihr benannt. In Russland wurde ihr Name auf einer Gedenktafel für die Schwestern der Barmherzigkeit verewigt.

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