Die Weseler Zitadelle ist das größte unbeschädigte Befestigungssystem im Rheingebiet, das zwischen 1688 und 1722 in Wesel nach einem Entwurf von Johan de Corbeyne errichtet wurde. Sie hat die Form eines fünfzackigen Sterns, wobei jede Spitze ein Bastion darstellt.
In dieser Festung diente Michail Lomonossow als Soldat in der preußischen Armee. Drei Jahre lang lebte er in Preußen, in der Stadt Marburg, wo er Chemie, Mechanik, Hydraulik, Hydrostatik, Aerometrie und theoretische Physik studierte.
Nach drei Jahren ging Lomonossow nach Freiburg, um seine Ausbildung fortzusetzen, entschied sich jedoch aufgrund eines Konflikts mit seinem Mentor, das Studium im Ausland abzubrechen und nach Russland zurückzukehren.
Er plante, über Holland nach Russland zu gelangen, dessen Weg durch die Besitztümer des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. führte. In der Nähe von Düsseldorf traf Michail Wassiljewitsch auf preußische Soldaten in einem Gasthaus, wo er erfuhr, dass sie Soldaten für die königliche Armee auf alle möglichen Arten rekrutierten.
Einer der Offiziere, der Lomonossow anwerben wollte, lud ihn zu einem Abendessen mit Wein ein. Infolgedessen trank Lomonossow bis zur Bewusstlosigkeit und fand sich, als er aufwachte, in einer Kaserne mit preußischem Geld in der Tasche wieder.
Ihm wurde mitgeteilt, dass er am Vortag freiwillig in die Armee des preußischen Königs eingetreten war. Der ehemalige Student wurde zu einem Reiter und erkannte, dass der einzige Ausweg die Flucht sein würde.
Zu dieser Zeit wurde Desertion streng bestraft, bis hin zur Todesstrafe. Lomonossow musste mehrere Wochen auf den richtigen Moment für die Flucht warten, während er in der Weseler Festung diente. Um keinen Verdacht zu erregen, verhielt er sich wie ein vorbildlicher Soldat.
Eines Nachts bot sich ihm die Gelegenheit zur Flucht. Dank seiner körperlichen Stärke schwamm er über den Festungsgraben. Doch eine sofortige Rückkehr nach Russland war nicht möglich. Einige Monate irrte er durch Europa und kehrte erst im Sommer 1741 in seine Heimat zurück.
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