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„Heilige Frühling“ auf den Champs-Élysées

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Das Ballett „Heilige Frühling“ des russischen Komponisten Igor Strawinsky wurde erstmals am 29. Mai 1913 im Théâtre des Champs-Élysées in Paris aufgeführt. Die Dekorationen, Kostüme und das Libretto wurden von Nikolai Rerich geschaffen, der Choreograf war Václav Nijinsky, und der Impresario war Sergei Diaghilev.

Die Idee für das Ballett entstand bei Strawinsky nach einem Traum, in dem er ein uraltes Ritual sah: Ein junges Mädchen, umgeben von alten Männern, tanzt bis zur Erschöpfung, um den Frühling zu erwecken, und stirbt. Strawinsky arbeitete an der Musik gleichzeitig mit Rerich, der die Entwürfe für die Dekorationen und Kostüme erstellte. Laut Rerich war er der Autor des Librettos.

Nijinsky, ein talentierter Tänzer, hatte es nicht leicht, das Ballett zu inszenieren. Er stieß auf Schwierigkeiten, seine Gedanken auszudrücken und seine Vision der Inszenierung den Künstlern zu vermitteln. Die Arbeit an „Heilige Frühling“ erforderte große Anstrengungen von ihm, Strawinsky und Diaghilev, aber das Publikum bei der Premiere würdigte ihre Mühe nicht. Die Musik von Strawinsky erregte Empörung, und das Publikum buhte das Ballett aus, ohne die Originalität und Komplexität der auf heidnischen Ritualen basierenden Choreografie zu beachten. Die Ballerina Romola Pulskaja, die zukünftige Frau Nijinskys, war bei der Premiere und beschrieb das Geschehen:

Die Aufregung und die Schreie erreichten ihren Höhepunkt. Die Leute pfiffen, beschimpften die Künstler und den Komponisten, schrien und lachten. Ich war von diesem höllischen Lärm überwältigt und eilte hinter die Bühne. Dort war alles genauso schlimm wie im Saal. Die Tänzer zitterten und hielten die Tränen zurück. Lange Arbeit und endlose Proben endeten in diesem Chaos.

Trotzdem blieb „Heilige Frühling“ eines der Lieblingsballette von Diaghilev. Nikolai Rerich erinnerte sich, dass Diaghilev an die zukünftige Wertschätzung der Inszenierung durch das Publikum glaubte und sagte:

Das ist ein echter Sieg! Lass sie pfeifen und toben! Innerlich spüren sie bereits den Wert, und das Pfeifen ist nur eine maskierte Fassade. Ihr werdet die Folgen sehen.

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