Die Turgenjew-Bibliothek wurde 1875 in Paris auf Initiative des russischen Politikers Hermann Lopatins eröffnet. Ivan Turgenjew spendete Mittel für die Gründung der Bibliothek, und 1883, nach seinem Tod, erhielt die Lesesaal den Namen des Schriftstellers. Die Grundlage der Bibliothek bildeten Turgenjews persönliche Bücher, und später wurden die Bestände ständig erweitert. Bis 1937 umfassten sie etwa 100.000 Bände, darunter den "Gerichtsbuch des Fürsten und Großfürsten Ioann Wassiljewitsch" mit Anmerkungen von Wassili Tatisschew, veröffentlicht 1768, sowie die Erstausgaben von Voltaire, François de La Rochefoucauld, Nikolai Karamzin und anderen Autoren.
Im Jahr 1940, nach der Besetzung von Paris, wurde der Lesesaal geschlossen und ihre Bestände wurden in unbekannte Richtung gebracht, und ihr Schicksal bleibt bis heute unbekannt. 1959 wurde die Turgenjew-Bibliothek erneut eröffnet. Die Grundlage ihrer Sammlung bildeten der erhaltene Teil der Bibliothek von Alexander Herzen, die Bibliothek von Wassili Maklakow sowie russische Bücher, die nach dem Krieg von den Deutschen nach Frankreich zurückgebracht wurden. Heute umfasst die Bibliothek etwa 40.000 Bände.
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