Im neunzehnten Jahr der Revolution beschloss Stalin, in Leningrad eine "Säuberung" durchzuführen. Er erfand, wie ihm schien, einen raffinierten Weg, den Austausch von Pässen. Infolgedessen wurde vielen Menschen, hauptsächlich Adligen, die Ausstellung von Pässen verweigert. Diese Adligen waren längst zu gewissenhaften sowjetischen Beamten mit einfachen Portfolios aus Schweinsleder geworden.
Auf die Ablehnung des Passes folgte die sofortige Ausweisung: entweder in die Tundra oder in die heißen Sanden von Karakum.
Leningrad war in Tränen.
Kurz zuvor hatte Schostakowitsch eine neue Wohnung erhalten, die dreimal so groß war wie seine frühere in der Marata-Straße. Die Wohnung durfte nicht leer stehen.
Schostakowitsch sammelte etwas Geld, gab es Sofja Wasiljewna und bat: "Bitte, kaufe, Mama, etwas Möbel."
Er fuhr für zwei Wochen geschäftlich nach Moskau. Als er zurückkam, war er erstaunt: In den Zimmern standen Pawlowsk- und Alexandrowski-Stühle aus Mahagoni, Tischchen, Schrank und Bureau. "Und das alles, Mama, hast du von dem Geld gekauft, das ich gelassen habe?", fragte er. "Die Möbel sind stark im Preis gefallen", antwortete Sofja Wasiljewna. "Warum?", "Die Adligen wurden ausgewiesen, und sie gaben in Eile fast alles umsonst weg. Schau, zum Beispiel, dieses Bureau kostete früher..."
Sofja Wasiljewna begann zu erzählen, wie viel jede Sache früher gekostet hatte und wie viel sie jetzt dafür bezahlt hatte.
Dmitri Dmitrijewitsch erbleichte, seine Lippen pressten sich zusammen. "Mein Gott!", rief er aus.
Er holte schnell ein Notizbuch aus der Tasche und nahm einen Bleistift vom Tisch. "Wie viel kosteten diese Stühle vor dem Unglück, Mama? Und jetzt, wie viel hast du bezahlt? Wo hast du sie gekauft? Und dieses Bureau? Und das Sofa?", fragte er.
Sofja Wasiljewna antwortete genau, ohne ganz zu verstehen, warum er das fragt.
Alles mit seiner scharfen, feinen Handschrift aufgeschrieben, riss Dmitri Dmitrijewitsch nervös ein Blatt aus dem Buch und übergab es seiner Mutter.
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