Der Name des Grafen Nikolai Pawlowitsch Ignatjew ist in Russland längst vergessen, aber für Bulgarien bleibt er ein Nationalheld, der eine Schlüsselrolle bei der Erlangung der Unabhängigkeit spielte. Ignatjew war einer der Gründer des Panslawismus im Russischen Kaiserreich und erreichte durch seine Position viel für die Befreiung der Bulgaren.
Nikolai Pawlowitsch wurde am 29. Januar 1832 in eine adlige Grafenfamilie geboren. Er erhielt eine ausgezeichnete Ausbildung und diente von Kindesbeinen an in der Armee, wobei er seit 1856 Militärdienst mit diplomatischer Tätigkeit verband. Während seiner langen staatlichen Dienstzeit zeigte Graf Ignatjew sich mehrmals. Er unterzeichnete den Pekinger Vertrag, nahm an diplomatischen Missionen in Buchara und China teil. Für seine Verdienste wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, erhielt den Rang eines Generals der Infanterie und Generaladjutanten, und seine diplomatische Karriere endete als Außenminister.
Graf Ignatjew spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte Russlands, aber sein größter Erfolg war die Befreiung der orthodoxen Völker der Balkanhalbinsel von der osmanischen Herrschaft. Seine Arbeit an der Balkanfrage begann mit einer Mission in Konstantinopel, wo er in der Lage war, die Lage der Slawen zu stabilisieren. Doch ein neuer Anstieg der Slawophobie führte zu einem Krieg, nach dem Ignatjew erneut seine diplomatischen Fähigkeiten unter Beweis stellte. Die Unterzeichnung des Friedens zu für Russland vorteilhaften Bedingungen wurde zum abschließenden Schritt seiner Beteiligung an den Angelegenheiten des Balkans, aber sein Beitrag wird in Bulgarien bis heute erinnert. Zu seinen Ehren wurden Straßen, Plätze und sogar Dörfer benannt, und vor einigen Jahren wurde ein Film über ihn mit dem Titel „Russischer Graf der Bulgaren“ gedreht.
Nikolai Pawlowitsch starb am 3. Juli 1908 und wurde im Anwesen Krupoderintsy beigesetzt. Neben ihm wurde später seine Tochter Jekaterina Nikolajewna, eine der ersten Schwestern der Barmherzigkeit, beigesetzt. Drei seiner Söhne wurden zu Helden der Weißen Bewegung und starben im Exil, während der jüngste Sohn Wladimir in der Schlacht von Tsushima fiel. Heute ist sein Nachkomme Michael Ignatjew als Politiker und Historiker in Kanada bekannt.
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