Im Jahr 1901 beschloss der Kommandeur des Leib-Esquadrons, Rittmeister Wladimir Wojeikow, auf Alkohol zu verzichten, was für die Garde völlig ungewöhnlich war. Er bestrafte die Husaren streng für ausgelassene Partys, und während der Festlichkeiten schenkte ihm sein Diener Kwas ein, das in Farbe und Spritzigkeit an Wein erinnerte. Es ist nicht verwunderlich, dass Wojeikow, ein Befürworter eines gesunden Lebensstils und ein energischer Mensch, mit der körperlichen Entwicklung der Armee beauftragt wurde. Er entwickelte die "Anleitung zur Ausbildung der Truppen in Gymnastik", in der die Übungen mit Gewehr und Stock, das Training an Geräten und die Bildung von gymnastischen Pyramiden detailliert beschrieben wurden.
Im Jahr 1909 wurde auf Anordnung des Kommandanten des Winterpalastes in St. Petersburg die 1. Offiziers-Gymnastik- und Fecht-Schule eröffnet. Hier begann man, Sportler für die Teilnahme an den V. Olympischen Spielen in Stockholm auszubilden. Die Prüfungskommission zur Auswahl der Kandidaten für die Nationalmannschaft wurde von Wojeikow selbst geleitet. Er wurde auch auf Befehl des Kaisers zum Leiter der russischen Olympiamannschaft bei den Spielen 1912 ernannt.
Nach seiner Rückkehr nach Russland organisierte Wladimir Nikolajewitsch den ersten Sportorganisationen-Kongress im Land, bei dem die Satzung des Russischen Olympischen Komitees entwickelt wurde. Die Zeitschrift "Sport und Gesundheit" bemerkte, dass zuvor kein staatliches Amt mit solcher Aufrichtigkeit an Sportler herangetreten war.
Zur gleichen Zeit schlug Wojeikow vor, russische Olympiaden abzuhalten, die 1913 in Kiew und 1914 in Riga stattfanden. Nach den Olympischen Spielen in Stockholm ernannte der Zar ihn zum Hauptbeobachter für die körperliche Entwicklung der Bevölkerung des Russischen Kaiserreichs. Für seinen Beitrag zum Sport wählte das Kiewer Olympische Komitee ihn zum Ehrenvorsitzenden der Russischen Olympiaden. Doch bald begann der Erste Weltkrieg. Im Exil schrieb Wojeikow: "Sport war immer nahe an meinem Herzen, und ich war froh, die Anerkennung meiner bescheidenen Arbeit zu hören."
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