Das Rigaer Polytechnikum, auch bekannt als Polytechnikum zu Riga auf Deutsch und Rīgas Politehniskā augstskola auf Lettisch, wurde 1862 in Riga gegründet. 1896 wurde es zum Rigaer Polytechnischen Institut.
Die Initiative zur Gründung der Bildungseinrichtung mit technischem Schwerpunkt ging von der Rigaer Börse und dem Rigaer Rat aus, unterstützt vom Generalgouverneur A. A. Suvorov. Kaiser Alexander II. genehmigte die Satzung des Rigaer Polytechnikums am 16. (28.) Mai 1861. Ursprünglich funktionierte die Schule als private Mittelschule, finanziert von der provinziellen Aristokratie des Baltikums.
An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert umfasste das Rigaer Polytechnische Institut acht Abteilungen, von denen insbesondere die kommerzielle hervorstach. Der „Brockhaus und Efron Enzyklopädie“ zufolge erreichte der Kurs für kommerzielle Bildung am Rigaer Polytechnikum ein hohes Niveau, vergleichbar mit den höchsten Handelsschulen in Frankreich und Antwerpen. An der Schule wurden ausschließlich Fachfächer unterrichtet, und nur diejenigen, die sechs Klassen allgemeinbildender Schulen abgeschlossen hatten, konnten aufgenommen werden. Die Ausbildung umfasste sowohl theoretische als auch praktische Vorbereitung auf die berufliche Tätigkeit. Zu den unterrichteten Fächern gehörten Handelsgeographie und Statistik, kaufmännische Arithmetik, Büroorganisation und Buchhaltung, politische Ökonomie, Finanzwissenschaft, Enzyklopädische Chemie, Handelsgeschichte, die Gründung des Rigaer Handels, die Geschichte der Volkswirtschaft, Handels-, Wechsel- und Seerecht, Warenkunde, Enzyklopädische Physik und kaufmännische Praxis.
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