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Rapgof Ippolit Pawlowitsch

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Im Berufsregister in Russland wurden Produzenten erst Ende des letzten Jahrhunderts aufgenommen, aber das bedeutet nicht, dass es sie nicht schon früher gab. Produzenten gab es schon immer, sie wurden nur anders genannt, zum Beispiel Film- oder Studioleiter. Einer der ersten Musikproduzenten in unserem Land war Ippolit Pawlowitsch Rapgof. Lange Zeit unterrichtete er an einer Musikschule in St. Petersburg, bis er mit dem Grammophon in Kontakt kam. Diese Neuheit brachte ihn auf die kommerziell lukrative Idee: Er organisierte kostenpflichtige Hörsessions von Schallplatten. Bald gab es eine Nachfrage nach deren Kauf, aber das Problem war das Fehlen von Aufnahmen in russischer Sprache.

Ippolit Pawlowitsch begann als Erster, die Aufnahme von Musikstücken des russischen Repertoires zu leiten. Zunächst waren die Aufnahmen anonym und trugen nur den Titel des Stücks, da die Künstler Angst hatten, Risiken einzugehen. Doch inspiriert von dem Erfolg begann Rapgof mit individuellen Aufnahmen. Hier traten Schwierigkeiten auf: Die Sänger waren in dem ungewohnten Studio nervös, machten Fehler und verwechselten die Worte. Jeder neue Take kostete Geld, und die Sponsoren wollten nicht für missratene Aufnahmen überbezahlen. Da versprach Rapgof, dass schlechte Aufnahmen nicht in den Verkauf gelangen würden. Doch die Investoren entschieden anders und stellten alle Schallplatten zum Verkauf. Dies schockierte die Sänger und es entbrannte ein Skandal, wegen dem sich Rapgof in der Presse rechtfertigen musste.

Dennoch heizte der Skandal nur das Interesse des Publikums an, und alle Aufnahmen wurden schnell verkauft. Die Menschen begannen, sich für die Namen der Interpreten zu interessieren, und diese erlangten schnell Popularität. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann Ippolit Rapgof, die russische Kultur im Ausland zu fördern, zum Beispiel organisierte er Auftritte von Stars des Mariinski-Theaters in Deutschland. Doch sein Leben endete tragisch: Berichten zufolge nahm er 1918 an einem anti-bolschewistischen Aufstand in Rostow am Don teil, wurde gefangen genommen und erschossen.

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