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Nikolai Michailowitsch Prschewalski

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Der Landkolumbus Russlands

Wenn man einen gewöhnlichen Menschen fragt, wofür der Reisende Nikolai Prschewalski bekannt ist, werden viele antworten, dass er das Pferd entdeckt hat. Doch neben diesem grazilen Tier beschrieb Prschewalski das wilde Kamel, den tibetischen Bären, den schwarzen Hasen und mehrere zuvor unbekannte Vogelarten. In seinem Leben legte er über 30.000 Kilometer zurück, was etwas weniger als der Umfang des Äquators ist, und verbrachte fast 11 Jahre in Expeditionen. Im Grunde war er der "Landkolumbus Russlands". Erstaunlicherweise kam während seiner wissenschaftlichen Reisen kein Mensch ums Leben, außer ihm selbst. Und obwohl Nikolai Michailowitsch sich nicht als Reisenden, sondern eher als militärischen Geheimdienstler betrachtete, entstand die Idee, ferne asiatische Länder zu erkunden, bereits während seiner Dienstzeit in Ussurijsk. Doch es fehlte an Mitteln für die Expedition.

Das Schicksal war Prschewalski wohlgesonnen: Eines Tages gewann er beim Karten spielen eine große Summe Geld und gab sie vollständig für den Aufbruch aus. In die Expedition brachen nur 14 Wagemutige auf, die bei der ersten Begegnung mit chinesischen Räubern beinahe ums Leben kamen. Prschewalski erinnerte sich: "Wie eine Wolke stürmte eine Horde, wild und blutrünstig, auf uns zu. Und auf der anderen Seite, vor ihrem Biwak, stand unsere kleine Gruppe, schweigend, mit gezielten Gewehren, für die es nun keinen anderen Ausgang gab als den Tod oder den Sieg." Die Kosaken hielten stand. Das war erst der Anfang. Vor ihnen lag ein langer Weg durch verschneite Berge, glühende Wüsten und glatte Seen.

Als sie den Issyk-Kul erreichten, hörten die Kosaken von den Einheimischen die Legende einer unterwasser Stadt voller Schätze. Prschewalski ließ sogar den Grund des Sees abtasten, fand jedoch nichts.

An der Grenze zu China erhielt Prschewalski von einem einheimischen Händler den Schädel eines unbekannten Pferdes als Geschenk. Er schickte dieses "Exponat" zur Untersuchung nach Sankt Petersburg. Es war der Schädel des Pferdes, das später seinen Namen erhielt.

Auf dem Weg nach Karakol badete Prschewalski im Fluss und trank Flusswasser, entgegen seinen eigenen Vorschriften, und starb bald darauf an Typhus.

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