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Penzensches „Ermitage“

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Wenn man einen einheimischen Bewohner von Penza fragt, womit er die Adresse Moskovskaya, 72 assoziiert, werden viele sofort die Polizeistation erwähnen. Doch im 19. Jahrhundert war dieser Ort bei den Stadtbewohnern als Erholungsort beliebt. Hier befand sich das Hotel "Ermitage" mit einem luxuriösen Restaurant.

Das Hotel, das in den 1860er Jahren eröffnet wurde, galt als eines der größten und bequemsten in der Stadt. Sein Besitzer, der Kaufmann Nikolai Popov, sorgte sogar für den Komfort des Personals seiner Gäste. Für die Kutschen wurden neue Ställe gebaut, und die Kutscher erhielten Zimmer in einem separaten Nebengebäude, wo sie in einer eigenen Küche verpflegt wurden. Das Restaurant des Hotels war ein wahres Paradies für Feinschmecker und bot Pfannkuchen mit rotem und schwarzem Kaviar, Wild, Hummer und andere Delikatessen an. An den Wochenenden trat im "Ermitage" ein rumänischer Chor in nationalen Kostümen auf. Doch das Interessanteste geschah näher zur Nacht, wenn im Restaurant der Cancan begann. Zu jener Zeit galt dieser Tanz als vulgär, weshalb nur Erwachsene bleiben konnten. Einmal besuchte der Dichter Anatoli Mariengof, damals noch Gymnasiast, eine solche Vorstellung. Er schrieb: "Das Fräulein hob die Beine hoch und zeigte ihre blauen Strümpfe, daneben tanzte eine üppige Chansonette im Rock wie ein Sommerregenschirm."

Übrigens, während des Ersten Weltkriegs, als das Alkoholverbot galt, wurde hier den Stammkunden heimlich Alkohol verkauft, der als Limonade getarnt wurde.

Geo-Punkt

Пензенский “Эрмитаж”

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