Ovin ist ein landwirtschaftliches Gebäude, das zum Trocknen von Garben vor dem Dreschen dient. Es bestand normalerweise aus einer Grube mit einem Ofen ohne Schornstein und einer oberen Ebene zum Lagern der Garben. Laut Volksglauben wohnt im Ovin ein Ovinik. Solche Gebäude wurden in Regionen mit wenigen Sonnentagen errichtet, zum Beispiel im zentralen und nördlichen Russland sowie in Weißrussland.
Ovin konnte aus Holz, Geflecht, Lehm, Ziegeln, Ton und selten aus Stein gebaut werden.
Die Hauptteile eines Ovins umfassen eine Grube oder einen Grubenraum, in dem Feuer gemacht wird, normalerweise direkt, seltener in einem Rauchofen. Über der Grube befindet sich ein Trocknungsbereich, wo die Garben auf Rosten platziert werden: entweder in einer Reihe, mit den Ähren auf den Rosten, oder gemischt, mit den Stielen nach oben und unten. In den Trocknungsbereich gelangt man durch einen Eingang, der in der Scheune oft geräumiger ist und zum Dreschen und Wenden genutzt wird. Der Ovin oder die Roste sind mit einer Schicht Erde bedeckt und mit Stroh gedeckt. In den Grubenraum gelangt man von außen durch einen Zugang, der manchmal ebenfalls gedeckt oder geflochten ist.
Ein Gebäude, das die Funktionen eines Ovins und eines Platzes zum Dreschen von Getreide kombiniert, wird als Gumno bezeichnet.
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