Nikolai Wassiljewitsch Otrokow wurde 1858 in einer Priesterfamilie in Wologda geboren. Nach dem Abschluss des Wologda-Gymnasiums trat er in die medizinische Fakultät der Moskauer Universität ein, wo er zusammen mit Anton Tschechow studierte. Im Juni 1885 erhielt er das Diplom eines Landarztes. Ab Juli desselben Jahres arbeitete er als Landarzt im 2. medizinischen Bezirk des Nikolai-Kreises und leitete das Krankenhaus in Podosinin, wo er die nächsten zwanzig Jahre tätig war. Ab Mai 1905 war er als Landarzt des Wologda-Kreises im Rang eines Staatsrates tätig und arbeitete gleichzeitig als Arzt im Gefängnis der Provinz, als Lehrer an einer Sanitätsschule und als Arzt an einer Stadtschule.
Von 1909 bis 1928 setzte Nikolai Wassiljewitsch seine Tätigkeit als Arzt und Leiter des Krankenhauses in Podosinin fort. Er war ein Fachmann mit breitem Spektrum: er behandelte Augenkrankheiten, war in der Chirurgie, Gynäkologie, Venerologie, Geburtshilfe und forensischen Medizin tätig. Er überwachte auch die epidemiologische Situation bezüglich Syphilis, Cholera und Typhus im Nikolai-Kreis. Dank seiner Initiative wurden 1911 in den Dörfern Ananino und Aksentjewskaja Schulen gebaut, und 1914 wurde in Podosinin eine Volksbibliothek eröffnet. Er unterrichtete Chemie und Hygiene an der örtlichen Schule.
Am 20. August 1928 wurde Nikolai Otrokow mit dem Ehrentitel „Held der Arbeit“ durch den Präsidium des WZIK ausgezeichnet.
Im Dezember 1929 ging er in den Ruhestand und starb im Januar 1940 in Podosinin, wo er auf dem alten Friedhof des Dorfes beigesetzt wurde. 1989 wurde seine Asche auf dem neuen Friedhof von Podosinin umgebettet.
Im Jahr 2005 wurde dem zentralen Bezirkskrankenhaus in Podosinin der Name Nikolai Otrokow verliehen. Im Park neben dem Krankenhaus wurde sein Büste aufgestellt, und 2008 wurde an der Fassade des Krankenhauses eine Gedenktafel zu seinen Ehren angebracht.
Nikolai Wassiljewitsch wurde 1884 mit dem Orden der Heiligen Anna II. Klasse und 1896 mit der Silbermedaille zum Gedenken an die Herrschaft von Kaiser Alexander III. ausgezeichnet.
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