Neben dem Fleischpassage, der bis 1877 funktionierte, bis der Fleischhandel in das neue Marktgebäude in der Bakunina-Straße verlegt wurde, befand sich der Viehtriebshof, von wo das Fleisch zum Verkauf kam. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Befreiung der Bauern von der Leibeigenschaft wurde beschlossen, an diesem Ort ein Volkshaus zu Ehren des Befreiers zu errichten.
Der Gewinner des Wettbewerbs, der von der Stadtverwaltung zur Entwicklung des Projekts für das Volkshaus organisiert wurde, war der 29-jährige Bauingenieur aus Wologda, Alexei Jewgenjewitsch Jakowlew, dem der Bau des Gebäudes anvertraut wurde. Die Arbeiten begannen im Sommer 1912, aber aufgrund des Ersten Weltkriegs verlangsamte sich das Bautempo, und die Eröffnung des Volkshauses fand erst am 20. September 1916 statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Gebäude der Penzener Dramatischen Gesellschaft nach V.G. Belinski gemietet. Die erste Theatersaison in den neuen Räumlichkeiten begann mit der Aufführung der Komödie von A.N. Ostrowski „Armut ist kein Laster“, was zur Tradition für den Verein wurde.
Nach der Revolution wurde die Truppe des Dramatischen Vereins Garnisonstheater genannt und später dramatisches Theater, dem 1920 der Name des Volkskommissars für Bildung A.V. Lunatscharskij verliehen wurde. Anatolij Wassiljewitsch kam 1924 und 1929 zweimal nach Penza und trat auf der Bühne des Volkshauses auf.
Am 24. Januar 1927 las Wladimir Majakowski hier seine Gedichte. Dies war sein zweiter Besuch in unserer Stadt, aber die Verbindung des Dichters zu Penza riss damit nicht ab. Im Herbst 1928 lernte er in Paris Tatjana Jakowlewa, die Tochter des Architekten, dessen Entwurf das Volkshaus war, kennen. Er verliebte sich in sie, und wie der Freund des Dichters V. Kamenskij schrieb, wurde sie „eines der Glieder der gemeinsamen Summe der reifenden Tragödie“, des Selbstmords des Dichters.
Auf der Bühne des Volkshauses und des Penzener Regionaldramatischen Theaters traten viele Berühmtheiten auf: P.N. Orlenew, V.N. Dawydow, I.S. Koslowski, S.J. Lemeschew, L.O. Utjossow, M.I. Scharow, O.P. Tabakow, A.A. Mironow und viele andere, die einen Teil ihrer Seele in unseren Herzen hinterließen. Am 1. Oktober 1999 fanden hier Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen der Penzener Diözese statt, deren Ehrengast der Patriarch von Moskau und ganz Russland Alexij II war.
Das Gebäude des Volkshauses existierte in seiner ursprünglichen Form bis Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, danach wurde es rekonstruiert und erhielt sein modernes Aussehen.
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