Der Gedenktrakt des Anwesens von V.E. Borisov-Musatov öffnete im April 2000 seine Türen. Die Idee, ein Museum in dem Haus in der Wolskaja 33 in Saratow zu schaffen, wo der Künstler lebte, entstand bereits 1922. Diese Initiative wurde von seiner Schwester Agrippina Elpidiforovna Nemirova, geborene Musatova, vorgeschlagen.
Der Trakt und das zweigeschossige Haus, die das städtische Anwesen von Borisov-Musatov bilden, wurden Mitte der 1920er Jahre in die Liste der Denkmäler der Geschichte und Kultur der Saratower Provinz aufgenommen. Dies geschah durch Heimatforscher und Mitarbeiter des A.N. Radischev Museums sowie durch die Denkmalschutzinspektoren A.V. und V.V. Leontjew. Dank ihnen sind Fotografien des Trakts von den 1920er Jahren bis Anfang der 1950er Jahre erhalten geblieben. In den 1930er Jahren wurde jedoch der Name des Künstlers offiziell vergessen und sein Werk als „bürgerlich und dekadent“ bezeichnet. Lange Zeit war die Schaffung eines Museums unmöglich, und im ehemaligen Anwesen von Borisov-Musatov befanden sich kommunale Wohnungen. Nur durch ein Wunder blieb der kleine Holztrakt erhalten.
In den 1930er Jahren begann der Bau einer großen Möbel-Fabrik, deren Wände dicht an den Trakt heranrückten und die alte Bebauung sowie den Garten zerstörten. In der Zeit der „Tauwetter“ wurde der Name Musatova wieder populär, und das Interesse an seiner Person und seinem Werk wuchs. 1970 wurde das 100-jährige Bestehen seines Geburtstags gefeiert, und 1973 fanden in Moskau und Saratow große Ausstellungen seiner Werke statt. Die Beloglinskaja Straße in Saratow wurde zu Ehren von V.E. Borisov-Musatov umbenannt. Der Vorschlag zur Schaffung eines Museums wurde jedoch nicht aufgegriffen. 1979 erschien im Wolga-Verlag das Buch von Konstantin Schilow „Meine Farben, Melodien“, das dem Leben und Werk des Künstlers gewidmet ist. Dank der aktiven Tätigkeit des Schriftstellers konnte der Trakt, der zu diesem Zeitpunkt sehr baufällig geworden war, vor dem Abriss gerettet werden.
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