Am Ende des 19. Jahrhunderts waren Hüte ein unverzichtbarer Teil der Damenmode, und es gab eine regelrechte Jagd auf sie. Im Geschäft in der Moskauer Straße 27 waren sie jedoch immer vorrätig. Bis zu den frühen 1880er Jahren befand sich hier eine Tischlerei, die Möbel herstellte, doch dann erwarb der Kaufmann Wladimir Kartaschow das Gebäude. Dank seiner Verträge mit Firmen aus der Hauptstadt und dem Ausland wurden Hüte aus Frankreich, Italien und Deutschland importiert. Im Geschäft wurden auch Herrenhüte verkauft, aber das Damenangebot war deutlich umfangreicher. Besonders beliebt waren elegante „Tok“-Hüte mit einem Schwanz und Mustern sowie „Wetrinitsy“, schmale Hüte mit Federn und Krempen, die vor der Sonne schützten. Das Gesicht des Geschäfts war ein attraktives Mädchen in einem deutschen Hut mit einer weißen Feder, abgebildet auf einem großen Werbeplakat mit der Aufschrift: „Bestellungen für die Anfertigung von Uniformen aller Behörden werden ebenfalls angenommen“. Penza blieb nicht hinter den Modetrends zurück, und die lokalen Schönheiten präsentierten sich in den ausgefallensten Hüten und eroberten die Herzen ihrer Verehrer. Der Hutladen blieb sogar in den ersten Jahren der sowjetischen Herrschaft geöffnet, doch bald wurde der private Handel verboten, und das Geschäft schloss. Später wurde hier eine Genossenschaft von Gerbern eingerichtet.
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