Die amerikanische Auszeichnung "Oscar" gilt seit langem als die wichtigste in der Filmwelt. Sowjetische und russische Filmemacher erhielten sie sechsmal. Diese Liste umfasst jedoch nicht die russischen Emigranten, die ihre Filme für andere Länder repräsentierten, wie der Regisseur Anatol Litwak, dessen richtiger Name Anatoli Michailowitsch Litwak war. Geboren 1902 in Kiew, trat er in die philologische Fakultät der Petersburger Universität ein und begeisterte sich bereits während seines Studiums für das Theater, was ihn zum Film führte. 1925 beschloss Litwak, die Sowjetunion zu verlassen, und zog nach Deutschland.
Sein erster bedeutender Erfolg war das Melodram "Mayerling", das von der tragischen Romanze eines österreichischen Prinzen mit einem einfachen Mädchen erzählt. Dieser Film wurde beim Publikum populär und öffnete Litwak die Tür nach Hollywood, wo er mit großen Studios wie Warner Bros. und 20th Century Studios arbeitete. Litwak bewies sich als vielseitiger Regisseur, der nicht nur Melodramen drehte. Eine echte Sensation war sein psychologischer Thriller "Die Schlangengrube", der von einer Schriftstellerin erzählt, die aufgrund einer schweren Krankheit in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Vor dem Hintergrund ihrer Geschichte zeigte Litwak auch die Probleme des amerikanischen Lebens zu dieser Zeit. Der Film erhielt fünf Nominierungen für den "Oscar": Beste Regie, Bester Film, Beste Hauptdarstellerin, Bestes Drehbuch und Beste Musik. Letztendlich erhielt Litwak den "Oscar" für die beste Tonaufnahme.
Der nächste Erfolg war der historische Film "Anastasia", der von der angeblich überlebenden Tochter von Nikolaus II. erzählt. Die Hauptrolle spielte die berühmte Schauspielerin Ingrid Bergman. Der Film war ein großer Erfolg im amerikanischen Kino, und Bergman erhielt den "Oscar" und den "Golden Globe" für die beste Hauptdarstellerin. Anatoli Michailowitsch drehte weiterhin erfolgreiche Filme und arbeitete mit Stars wie Sophia Loren, Henry Fonda, Burt Lancaster, Kirk Douglas, Vivien Leigh und Yves Montand. Das letzte bedeutende Projekt von Litwak war die Verfilmung der Detektivgeschichte von Sébastien Japrisot "Die Dame im Auto mit Brille und Gewehr". Vier Jahre später, 1974, starb er plötzlich in Paris.
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