Der heilige gerechte Johannes von Kronstadt, in der Welt bekannt als Johannes Ilyich Sergiev, war Priester und Vorsteher der Andreaskirche in Kronstadt. Seit 1906 war er Mitglied des Heiligen Regierungs-Synods, obwohl er nicht an dessen Sitzungen teilnahm. Johannes war auch Inspirator der Gründung und Ehrenmitglied des Russischen Volksbundes, ein bekannter Prediger, geistlicher Schriftsteller und kirchlich-gesellschaftlicher Akteur sowie Ehrenmitglied der Kaiserlichen Orthodoxen Palästinensischen Gesellschaft.
Er wurde 1829 im Dorf Sura in der Provinz Archangelsk geboren. Schon in der Kindheit zeigte Johannes Gehorsam, Verstand und Sanftmut, liebte es zu beten und geistliche Bücher zu lesen. Nach dem Abschluss der theologischen Schule in Archangelsk trat er in das Theologische Seminar ein und wurde dann an die Theologische Akademie in St. Petersburg versetzt, wo er seine Dissertation verteidigte und den Grad eines Kandidaten der Theologie erhielt.
Mit 26 Jahren wurde Johannes zum Diakon geweiht, und am nächsten Tag wurde er Priester. Seine Zeitgenossen bemerkten seine besondere Eifrigkeit im Dienst, er weinte oft während der Predigten, was bei seinen Kollegen Verwunderung hervorrief. Zwanzig Jahre später wurde er zum Protopriester ernannt und nach weiteren zwanzig Jahren zum Vorsteher der Kirche.
Das erste Wunder der Heilung durch die Gebete von Johannes geschah 1867, als ein kranker Junge gesund wurde. Seitdem traten solche Fälle immer häufiger auf, und dank seines Heilungsgeschenks wurde Johannes weithin bekannt und zog viele Menschen zu seinen Gottesdiensten an.
Neben dem kirchlichen Dienst engagierte sich Johannes aktiv in der Wohltätigkeit, indem er Kinderheime und Häuser für die Armen organisierte. Die einfachen Leute liebten ihn sehr, und er gab ihnen sein ganzes Gehalt, Kleidung und Schuhe, oft kehrte er barfuß nach Hause zurück. Bauern aus ganz Russland kamen zu ihm.
Während der Krankheit von Kaiser Alexander III. beichtete und kommunizierte Johannes ihn und blieb bis zu seinem Tod bei ihm. 1901 gründete er ein Frauenkloster in St. Petersburg am Fluss Karpowka, das zu Ehren des heiligen Johannes von Rila Johanneskloster genannt wurde.
In den letzten drei Lebensjahren litt Johannes an einer schweren Krankheit, setzte jedoch seinen Dienst fort. Er starb am 20. Dezember 1908 in Kronstadt im Alter von 79 Jahren, ohne ein geistliches Testament oder Ersparnisse zu hinterlassen. Er wurde in der Grabeskirche beigesetzt, die er für sich selbst in der Krypta des Johannesklosters an der Karpowka eingerichtet hatte. 1990 wurde Johannes als heiliger Gerechter kanonisiert.
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