Alle wissen von der treuen Nanny von Puschkin, Arina Rodionowna, aber viel weniger ist über den loyalen Leibeigenen Nikita Timofeewitsch Kozlov bekannt. Er war während des gesamten Lebens des Dichters an seiner Seite und unterstützte ihn in den schwierigsten Momenten. Kozlov war ein Verwandter von Arina Rodionowna und der Ehemann ihrer Tochter. Als der kleine Puschkin einen Begleiter brauchte, war Nikita Timofeewitsch bereits über 30. Er spazierte mit ihm durch die Straßen Moskaus, zeigte ihm den Kreml, und einmal bestiegen sie sogar den Kirchturm, von wo aus man einen beeindruckenden Blick auf Moskau hatte.
Kozlov begleitete Puschkin nach Petersburg, als dieser ins Lyzeum eintrat. In der Hauptstadt hatte er es nicht leicht: Der junge Dichter schrieb ständig mutige Gedichte, die er vor den Gendarmen verstecken musste. Trotz alledem liebte Kozlov seinen Schützling sehr. Eines Tages bot der Polizist Vogel ihm eine große Summe für Puschkins Gedichte an, die zu seiner Exmatrikulation führen könnten. Nikita Timofeewitsch war so wütend, dass er Vogel aus der Tür stieß. Alexander Sergejewitsch schätzte ebenfalls seinen „Lehrer“. Als sein Kommilitone Korff Kozlov schlug, forderte Puschkin ihn zu einem Duell heraus, aber Korff weigerte sich. Kozlov war stolz auf die Erfolge Puschkins, als wären es seine eigenen. Der Schriftsteller vergaß ihn nicht: Züge von Kozlov sind in Sawelitsch aus „Der Kapitänstochter“ zu erkennen.
Das Schrecklichste für Kozlov geschah am 27. Januar 1837, als man ihm den tödlich verwundeten Puschkin brachte. Nikita Timofeewitsch war der Erste, der zur Kutsche eilte und den Dichter in die Arme nahm. Als Puschkin, blutend, die Tränen in den Augen des alten Mannes sah, fragte er: „Ist es traurig für dich, mich zu tragen, Nikita?“ Kozlov begleitete den Sarg mit dem Körper des Dichters bis zu seinem Grab. Zeitzeugen berichteten, dass man ihn nie in einem so niedergeschlagenen Zustand gesehen hatte.
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