Die Nacht des 27. Juni 1894 war ruhig. Der Dampfer "Wladimir" segelte leise von Sewastopol nach Odessa, als der Wachoffizier ein unbekanntes Schiff bemerkte, das direkt auf sie zusteuerte. Um eine Kollision zu vermeiden, gab der "Wladimir" Warnsignale, aber das Schiff reagierte nicht und kam bald so nah, dass ein Aufprall unvermeidlich war. Es kam zu einer heftigen Kollision, und der "Wladimir" neigte sich.
Die Passagiere, die durch den Aufprall geweckt wurden, verstanden zunächst nicht, was geschehen war, aber als sie aus den Bullaugen schauten, erkannten sie, dass ein Notfall eingetreten war. Sie schnabten sich Schwimmwesten und eilten auf das Oberdeck, wo bereits Hilferufe zu hören waren. Im Licht der Taschenlampen konnte die Crew den Namen des Schiffes erkennen, mit dem sie kollidiert waren. Es war die italienische "Kolumbien". Der Kapitän des "Wladimir", Krjun, bat um Hilfe, aber die "Kolumbien" drehte unerwartet ab und versuchte zu entkommen.
In der Zwischenzeit füllte sich das Wasser in den unteren Decks. Um zwei Uhr nachts hatte es das Maschinenraum erreicht, die Crew wurde umgeworfen, und der Strom fiel aus. Bald begann das Heck zu sinken, und der Bug des Schiffes hob sich nach oben, wo sich alle versammelt hatten, die auf Rettung warteten. Das Schiff brach auseinander und sank langsam, Hilferufe waren zu hören.
Glücklicherweise passierte in der Nähe der Dampfer "Sineus". Er war zufällig dort, da der Kapitän es eilig hatte, nach Batumi zu fahren und drei Stunden früher als geplant aus dem Hafen ausgelaufen war. Diese drei Stunden retteten fast hundert Leben. Der "Sineus" rettete nicht nur Menschen, sondern holte auch die "Kolumbien" ein, blockierte ihren Weg und half später, die Leichen der Ertrunkenen aus dem Wasser zu bergen. Bei der Tragödie kamen 104 Menschen ums Leben. So lautet die Geschichte des "Schwarzen Meer Titanic".
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