Der Lagerhaus-Turm, ein runder Turm des Nischni Nowgorod Kremls, befindet sich im oberen Teil zwischen dem Dmitrijewski- und dem Nikolai-Turm.
Laut dem Solikamsker Chronisten wurde der Turm am 1. September 1500 gegründet und hieß ursprünglich Twer-Turm, was mit dem Wort "Twerd" verbunden ist, das Festung bedeutet. Im 16. bis 18. Jahrhundert wurde er Alexej-Turm genannt, zu Ehren der Kirche des heiligen Metropoliten Alexej, die in der Nähe erbaut wurde, aber bis heute nicht erhalten geblieben ist.
Später wurde der Turm in Zeughaus umbenannt, was Lager bedeutet, und dann in Lagerhaus, da er zur Lagerung von Munition verwendet wurde. Im 18. Jahrhundert war der Turm mit einer Kanone auf einem Lafetten und zwei Zwillingskanonen für das Schießen über die Mauer ausgestattet. Zu dieser Zeit wurden unter seinen steinernen Gewölben 64 schwere Festungsgewehre, 884 Kilogramm Kugeln sowie Kanonen, Kanonenlafetten, Pulver und andere Vorräte gelagert. Darüber hinaus wurden in den Wänden des Turms Werkzeuge für die städtischen Steinmetze aufbewahrt.
Im Jahr 1889 wurde im Gebäude des Turms ein Archiv von Dokumenten untergebracht, die von der Nischni Nowgoroder Wissenschaftskommission gesammelt wurden, und nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als Lager für Brennstoffe. Das Bauwerk litt mehrfach unter Bränden, wurde jedoch im Zuge der Restaurierung von 1953 wiederhergestellt. Heute besteht der Lagerhaus-Turm aus vier Etagen, wobei die erste, unterste Etage mit Schießscharten unter der Erde liegt. Die Restauratoren haben einen trapezförmigen Anbau an den Wänden des Turms zur Belüftung der unteren Etage wiederhergestellt.
Vor der Erfindung des elektrischen Lichts wurde im ersten Geschoss Rapsöl zur Beleuchtung der städtischen Gehwege gelagert. Über den Gewölben des ersten Stocks befindet sich die zweite Etage mit Kampfräumen. Die dritte Etage wird von einem steinernen Zelt eingenommen, und die vierte Etage, umgeben von Zinnen und mit einem Zeltdach gekrönt, diente als Kampfboden. Über den Kampfgang des Lagerhaus-Turms kann man auf die Kremlmauer steigen und dort spazieren gehen. Seit 1973 gibt es im Gebäude des Turms ein Café mit demselben Namen.
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