Die Kirche, die der Tichwin-Ikone der Gottesmutter gewidmet ist, wurde über dem Heiligen Tor des Klosters als Pfarrkirche erbaut. Sie war für die Durchführung der Sakramente der Ehe und der Taufe sowie für die Gottesdienste gedacht, die von den Familienpriester und Psaltern ohne Beteiligung der Nonnen geleitet wurden. Dies hängt damit zusammen, dass die kirchlichen Kanones die Durchführung von Riten wie Trauungen und Taufen in Klosterkirchen verbieten, da sie nicht dem Ort entsprechen, an dem Menschen leben, die sich von der Welt und der Familie entfernt haben.
Die Kirche wurde 1865 von dem Bischof von Orjol und Sewsk, Polykarp, geweiht. Im Erdgeschoss, neben dem Heiligen Tor, wurde dank der Bemühungen der Äbtissin Antonija, der Schwestern und Wohltäter ein Dreifaltigkeitskirche geschaffen, die 1887 geweiht wurde. In dieser Kirche befand sich eine Grabstätte, in der die Überreste der scheidenden Äbtissin Seraphima, die von 1821 bis 1845 die Leiterin des Heiligen Wladimir Klosters war, beigesetzt waren und von den Nonnen und vielen Einwohnern von Orjol verehrt wurde. In der Sowjetzeit wurde der obere, spitz zulaufende Teil der Kirche abgerissen, und die Räumlichkeiten wurden für weltliche Zwecke genutzt. Zum Beispiel befanden sich in den letzten Jahrzehnten vor der Rückkehr des kirchlichen Lebens hier die Verwaltung und Werkstätten der Vulkan-Fabrik. Die Grabstätte in der Dreifaltigkeitskirche wurde mit Beton übergossen, und das Schicksal der Überreste der scheidenden Äbtissin Seraphima bleibt unbekannt, da die Suche erfolglos war.
Das Gemeindeleben rund um die Kirche wurde in den 1990er Jahren wiederbelebt, und 1994 fand die erste Liturgie statt. 1995 begann die Wiederbelebung des klösterlichen Lebens im Heiligen Wladimir Frauenkloster. Die Wiederherstellung des Tambours mit dem spitzen Dach begann 1996 und wurde ein Jahr später mit der Installation der Kuppel mit dem Kreuz abgeschlossen. Heute ist die Tichwin-Kirche die Hauptkirche des Heiligen Wladimir Frauenklosters in Orjol, wo täglich Gottesdienste stattfinden. Im Erdgeschoss, im Raum der Dreifaltigkeitskirche, werden weiterhin Restaurierungsarbeiten durchgeführt.
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