In der Nacht vom 17. Juli 1918 wurden im Haus Ipatiev zusammen mit der Zarenfamilie noch vier weitere Personen erschossen: der Arzt Jewgeni Botkin, die Dienstmagd Anna Demidowa, der Kammerdiener Alexei Trupp und der Koch Iwan Charitonow. Der Enkel Charitonows lebt und arbeitet noch immer in Petersburg. Iwan Michailowitsch war nach einer Version ein Waisenkind, nach einer anderen wurde er in der Familie eines Beamten, der dem Hof nahe stand, erzogen. Mit 12 Jahren begann er in der Küche zu arbeiten und wurde bald Koch zweiten Grades. Von 1891 bis 1894 diente Charitonow in der Marine als Schiffskoch und kehrte dann als Küchenchef in die kaiserliche Küche zurück.
Charitonow hatte Respekt vor Nikolai II. sowohl als Mensch als auch als Zaren, weshalb er freiwillig mit ihm ins Exil nach Tobolsk und dann nach Jekaterinburg ging. Vor der Abreise spürten einige Vertraute des Herrschers die Gefahr. Der Kammerdiener Wolkow ging zu Charitonow und bot an, die goldene Uhr der Familie zu übergeben, worauf der Koch antwortete: "Was auch immer passiert, man muss bis zum Ende auf das Beste hoffen." Im Exil waren die Lebensbedingungen hart, oft fehlten Lebensmittel, und ein Teil der Rationen wurde von der Eskorte gestohlen. Charitonow versuchte aus Getreide, Nudeln, Konserven und Gemüse schmackhafte Gerichte zuzubereiten. Der Herrscher sagte einmal: "Du fütterst mich gut, Iwan."
Eines Tages, als die Familie Romanow zu Mittag aß, steckte ein Rotarmist dreist einen Löffel in den Teller der Kaiserin, probierte die Suppe und bemerkte boshaft: "Sie werden doch noch irgendwie gefüttert." Im Tagebuch schrieb die Kaiserin: "Es wurde Fleisch für 6 Tage gebracht, aber so wenig, dass es nur für die Suppe reicht. Charitonow bereitete einen Nudelauflauf zu, weil es kein Fleisch gab." Der Koch beschäftigte sich auch mit den Kindern des Kaisers, indem er ihnen das Brotbacken beibrachte, zeigte, wie man den Teig ansetzt und knetet, und wie man Brot backt.
Während des Erschießens starb Iwan Charitonow als einer der Ersten. Nach den Schüssen waren noch einige Personen am Leben, obwohl sie schwer verletzt waren, darunter der Zarewitsch Alexei und die Dienstmagd Anna Demidowa. Sie wurden mit Bajonetten getötet.
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