Dmitri Wassiljewitsch Grigorowitsch (1822, 1899) war ein bekannter Prosaiker und Übersetzer. Er wurde am 19. März in Simbirsk in einer Familie von nicht wohlhabenden Gutsbesitzern geboren. Früh seinen Vater verloren, wurde er von seiner Mutter, die Französin war und nur Französisch sprach, erzogen, weshalb er die russische Sprache bei den Bediensteten lernte. Seine Ausbildung erhielt er in privaten deutschen und französischen Internaten in Moskau.
1836 trat Grigorowitsch in die Petersburger Hauptingenieurschule ein, wo er Freundschaft mit F. Dostojewski schloss. Doch die Offizierslaufbahn reizte ihn nicht, und 1840 verließ er die Schule, um an der Akademie der Künste zu studieren, die er jedoch bald wieder abbrach.
1842 begann er in der Direktion der kaiserlichen Theater zu arbeiten und knüpfte Bekanntschaften unter Literaten. 1845 arbeitete er mit N. Nekrasow im Almanach "Physiologie Petersburgs" zusammen, wo er das Essay "Petersburger Drehorgelspieler" veröffentlichte, das von Belinski gewürdigt wurde. 1847 erschien seine Erzählung "Anton Goremika", die ihm literarischen Ruhm und Anerkennung von Lesern und Kritikern einbrachte. Es folgten die Werke "Landstraßen" (1852) und "Fischer" (1853), die in der literarischen Szene jener Zeit bemerkenswert wurden.
Seine nächsten Arbeiten "Die Umsiedler" (1855) und "Der Pflüger" (1856) wurden jedoch kritisch aufgenommen, da die Erwartungen an ihn anders waren. Zu dieser Zeit tobte der Kampf zwischen den Anhängern der "reinen Kunst" und den revolutionären Demokraten, doch Grigorowitsch versuchte, sich herauszuhalten: "Ehrlich gesagt, die Artikel, die voller Hass sind, drücken die Seele aus...", schrieb er an Nekrasow.
In den Jahren 1858 und 1859 nahm er die Einladung des Marineministeriums an, eine Reise auf einem Kriegsschiff zu unternehmen, über die er in den Reiseberichten "Das Schiff 'Retwizan'" berichtete, in denen er Architektur und Kunst beschrieb. Grigorowitsch war als Kenner der Skulptur und Malerei sowie als Sammler bekannt.
Seit 1864 war er Sekretär der Gesellschaft zur Förderung der Künstler, wo er etwa zwanzig Jahre arbeitete und sich vom literarischen Schaffen zurückzog. 1883 kehrte Grigorowitsch mit der Erzählung "Der Guttaperchajunge" zur Literatur zurück, die von den Kritikern als "kleines Meisterwerk" bezeichnet wurde. In diesen Jahren trat er auch als Übersetzer auf und arbeitete an der Erzählung von P. Mérimée "Die etruskische Vase".
In den letzten Lebensjahren arbeitete Grigorowitsch an "Literarischen Erinnerungen" und schuf Porträts von Persönlichkeiten wie I. Turgenew und L. Tolstoi für zukünftige Generationen. Er starb am 22. Dezember 1899 in Petersburg und wurde auf dem Wolkow-Friedhof beigesetzt.
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