In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts befand sich das Anwesen im Besitz des Neffen des Vertrauten von Peter I., Sawwa Ragusinski-Wladislawitsch, Graf Jefim Iwanowitsch Wladislawitsch. Der Legende nach befand sich hier früher das Metropolitansitz, obwohl bisher keine dokumentarischen Beweise dafür gefunden wurden. Bereits im 17. Jahrhundert wurden an dieser Stelle steinerne Paläste erbaut, die teilweise im Fundament des modernen Gebäudes erhalten geblieben sind, wo man im Keller alte Gewölbe sehen kann. Das Hauptgebäude, dessen Fassade auf die inzwischen verlorene Peter-Verig-Kirche blickte, wurde an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert errichtet.
Im Jahr 1803 erwarb der Direktor der Moskauer Universität, Iwan Petrowitsch Turgenew, das Anwesen, in dem er bis zu seinem Tod im Jahr 1807 lebte. In dieser Zeit wurde das Anwesen zu einem der literarischen Salons Moskaus, wo oft N.M. Karamzin, M.M. Cheraskov und W.A. Schukowski zu Gast waren, mit dem der Sohn Turgenews, Andrej, befreundet war.
Während des Brandes von 1812 wurde das Anwesen durch das Feuer beschädigt. Erst zwei Jahrzehnte später kaufte der Kaufmann Peter Kononowitsch Botkin es, der das Hauptgebäude umbaute und den Fassaden den Stil des späten Empire mit ionischen Kapitellen, Kränzen mit Bändern und reichem Stuck im antiken Thema zwischen den Pilastern des Portikus verlieh. Zur gleichen Zeit wurden zwei paarweise Hofgebäude errichtet.
Wie schon unter Turgenew wurde das Haus Botkin zum Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Hier verkehrten A.I. Herzen, N.P. Ogarjow, W.G. Belinski, I.I. Panajew, N.W. Gogol, L.N. Tolstoi sowie die Schauspieler M.S. Schepkin und P.S. Mochalow. Einige Zeit lebte hier W.G. Belinski, der mit Wassili Botkin, dem Sohn des Besitzers, befreundet war. Der Dichter A.A. Fet, der mit Maria Petrowna Botkina verheiratet war, kam oft hierher, um familiär zu besuchen. In dem rechten Anbau des Hauptgebäudes wurde 1866 der bekannte russische Physiker Peter Nikolajewitsch Lebedew geboren, dessen Vater in der Firma der Botkins arbeitete und hier eine Wohnung mietete.
Die Enkelin von Peter Kononowitsch, Wera Petrowna, heiratete den Moskauer Bürgermeister Nikolai Iwanowitsch Gutschkow, den Bruder des bekannten Politikers Alexander Iwanowitsch Gutschkow. Im Jahr 1907 wurde Gutschkow Eigentümer des Botkin-Anwesens, während er Direktor der Teehandelsgesellschaft „Peter Botkin Söhne“ war.
Im Jahr 1918 wurde das Anwesen nationalisiert, und zwei Jahre später emigrierte Gutschkow nach Frankreich. Wera Petrowna war zu diesem Zeitpunkt bereits 1916 verstorben.
In den ersten Jahren der sowjetischen Macht entstanden in dem Haus kommunale Wohnungen, und 1935 wurde ein Teil des Anwesens bebaut. Nach dem Krieg beherbergte es einen Kindergarten, eine Krippe, ein Lager des Verlags „Medizin“ und andere staatliche Einrichtungen. In den 1970er Jahren wurde im Anwesen der Moskauer Stadtrat für Tourismus und Exkursionen (MGTES) untergebracht. Derzeit befindet sich im Gebäude die Russische Militärhistorische Gesellschaft (RVIO).
Restaurierungsarbeiten im Anwesen wurden in den Jahren 2015-2016 durchgeführt. Im Jahr 2017 wurde das Anwesen der Botkins mit dem Preis des Wettbewerbs der Regierung von Moskau „Moskauer Restaurierung“ in den Nominierungen „Bestes Restaurierungs-/Umnutzungskonzept“ und „Beste Organisation der Reparatur- und Restaurierungsarbeiten“ ausgezeichnet.
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