Warwara Iwanowna Dubenskaja hinterließ einen ambivalenten Eindruck in der russischen Geschichte. Sie wurde 1812 in eine wohlhabende Adelsfamilie geboren und schloss das Smolny-Institut ab, wo sie ein Schiffer und ein goldenes, mit Diamanten verziertes Bildnis der Kaiserin erhielt. Warwara wurde aufgrund ihres Witzes und ihrer Lebhaftigkeit zur Hofdame von Maria Nikolajewna ernannt, was ihr Popularität in der Gesellschaft und am Hof sicherte. Auch viele literarische Persönlichkeiten der Hauptstadt bemerkten sie, doch sie beeilte sich nicht, einen Lebenspartner zu wählen, bis sie auf einem Ball den französischen Diplomaten Théodore de Lagrené traf. Der hohe Gesellschaft gefiel er jedoch nicht. Der Dichter Wassili Schukowski schrieb über ihn, dass man in seiner Gegenwart "irgendwie selbst stumpf und kalt wird".
Trotzdem nahm Warwara die Avancen de Lagrenés wohlwollend an, der sie für seine Verlobte hielt. An einem Abend, als Puschkin zu ihnen kam, befahl der Franzose Warwara, sich abzuwenden und nicht mit dem Dichter zu sprechen. Puschkin, der dies bemerkte, ging weg, plante jedoch am Morgen, de Lagrené zu einem Duell herauszufordern. Der Diplomat, überrascht von dieser Wendung der Ereignisse, entschuldigte sich schnell bei Puschkin.
Warwara selbst war von diesem Streit unberührt und heiratete später einen Franzosen, zog nach Paris. Dort lernte sie Prosper Mérimée kennen und half ihm, die russische Sprache zu lernen, was ihm ermöglichte, "Die Dame mit dem Hündchen" 1849 zu übersetzen. Ihr Kokettieren und ihre Provokationen blieben jedoch nicht unbemerkt, und die Pariser High Society hatte sie nicht gern. Graf Horace de Viel-Castel erinnerte sich daran, dass sie als hochmütig und unangenehm galt. Warwara lebte ein langes Leben und starb 1901. Zwei ihrer Söhne wurden Ritter des Ordens der Ehrenlegion, der höchsten Auszeichnung Frankreichs.
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