Im 15. Jahrhundert wurde am steilen Ufer der Neglinka das Kanonierhaus erbaut, das nach dem Brand von 1488 in den Kanonierhof umgewandelt wurde. Dieses Bauwerk war ein ziegelverkleideter, konusförmiger Turm, umgeben von einem Zaun.
Fast zweieinhalb Jahrhunderte lang wurde hier die militärische Macht Russlands geschmiedet. Genau auf diesem Hof wurde die berühmte Zar-Kanone hergestellt, die auch als 'Russischer Schrotflinte' bekannt ist.
Im Jahr 1739 wurde der Kanonierhof, der zu diesem Zeitpunkt als 'Neuer Feldartilleriehof' bekannt war, an den Roten Teich verlegt. An der Stelle des Kanonierhofs in der Roschdestwenska-Straße wurde ein Artillerielager eingerichtet, das als Artilleriedepot bekannt war. Zu Beginn der 1800er Jahre wurden alle Gebäude des ehemaligen Kanonierhofs abgerissen. Nach dem Brand von 1812 wurde das Gelände neu gestaltet und zum Verkauf angeboten.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts gehörte das Grundstück an der Ecke zur Kanonierstraße, die zuvor als Sofijka-Straße bekannt war, W. A. Argamakowa und ging dann an die Fürstin Olga Andrejewna Turkestanowa über. Im Haus an dieser Stelle befand sich das Wiener Café der österreichisch-ungarischen Gemeinde 'Alpenrose', das später in 'Alpenrose' umbenannt wurde. Dieses Etablissement war bei den Moskauer Deutschen und den Künstlern des Kleinen Theaters beliebt.
Der nächste Eigentümer des Grundstücks wurde die Versicherungsgesellschaft 'Salamandra'. In den Jahren 1910 und 1913 baute der Architekt Viktor Andrejewitsch Welitschkin das alte Gebäude vollständig um. Die Fassaden des neuen Gebäudes wurden im neoklassizistischen Stil mit Elementen des Empire gestaltet, einschließlich einer ionischen Eckhalbrotunde auf der zweiten Etage, die mit einem Balkon abgeschlossen war. Hier eröffnete das Hotel 'Savoy'. Im Hotel gab es ein gleichnamiges Café, und im benachbarten Gebäude befand sich das Restaurant 'Alpenrose', das vom Ingenieur P. P. Wisniewski, einem Meister des Jugendstils, umgebaut wurde. Die Innenräume des Cafés wurden im Rokoko-Stil vom Künstler A. A. Tomashko gestaltet.
In den sowjetischen Jahren arbeitete das Hotel weiter. Genau im Restaurant 'Savoy' entwickelten sich die Ereignisse, die zur Festnahme von Fox im Roman der Brüder Wainer 'Ära des Mitgefühls' führten, nach dem der Film 'Der Ort, an dem man nicht ändern kann' gedreht wurde.
In den 1950er Jahren wurde das Hotel in 'Berlin' umbenannt. Das Restaurant 'Berlin' (ehemaliges vorrevolutionäres Café) galt als eines der besten in Moskau. Eine Besonderheit des Restaurants war ein kleiner Pool mit einem Brunnen, in dem lebende Fische schwammen. Die Gäste konnten einen Fisch auswählen, der sofort zubereitet und serviert wurde.
In den Jahren 1987 und 1989 wurde das Gebäude restauriert, und das Hotel erhielt seinen früheren Namen 'Savoy' zurück. Heute ist es ein erstklassiges Hotel, in dessen Restaurant weiterhin ein Brunnen arbeitet.
Das Gebäude hat den Status eines historisch wertvollen städtebaulichen Objekts.
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