Das Museum der Architektenbrüder Wessnin wurde am 15. Januar 1986 in Jurjewez eröffnet. Es befindet sich in einem kleinen zweigeschossigen Ziegelhaus aus dem 19. Jahrhundert, das bis 1904 den Eltern der Wessnins, Kaufleuten der ersten Gilde, gehörte.
Die junge Familie der Kaufleute Wessnin kam Ende der 1870er Jahre nach Jurjewez. Hier wurden die Söhne Leonid, Viktor und Alexander geboren, die später herausragende Architekten wurden und zahlreiche bemerkenswerte Bauwerke schufen. Der Vater der Architekten, Alexander Alexandrowitsch Wessnin, war ein intelligenter Unternehmer, besaß eine umfangreiche Bibliothek und unterstützte das kulturelle Leben der Stadt. In ihrem Haus war das Lesen eine Tradition. Jelisaweta Alexejewna, die das Mädchengymnasium in Nischni Nowgorod abgeschlossen hatte, interessierte sich für Malerei und Klavierspiel, was sie auch ihren Söhnen beibrachte und ihre künstlerischen Fähigkeiten von klein auf förderte.
Der ältere Bruder Leonid zeichnete sich von Kindheit an durch eine akademische Ausbildung und tiefes Wissen über die Architekturgeschichte aus. Ihm waren immer lebendige künstlerische Bilder, die in der Kindheit geprägt wurden, zu eigen. Die malerische Umgebung der Stadt prägte seinen künstlerischen Geschmack. Für die jüngeren Brüder war Leonids Meinung, die vorsichtig und zurückhaltend war, eine unbestreitbare Autorität. 1899 schloss er die Praktische Akademie ab und arbeitete ein Jahr lang in Jurjewez als Assistent in der Fabrik seines Vaters. In dieser Zeit entschloss er sich endgültig, an das Petersburger Institut für Bauingenieure zu gehen, und bereitete für die Aufnahmeprüfungen Fotografien und Pläne von Kirchen in Jurjewez vor. Während der ersten Ferien setzte er die Vermessung der Kirchen fort und zeichnete deren Pläne.
Die Ausstellung des Museums basiert auf Materialien des wissenschaftlich-forschenden Museums benannt nach Schussew, persönlichen Archiven der Verwandten der Architekten, des Architekten A.G. Tschinjakow, der Kunsthistorikerin K.V. Usatschowa und Materialien des Jurjewetzer Heimatmuseums. Die Witwe V.A. Wessnin leistete dem Museum bedeutende Hilfe.
In der Ausstellung sind Aquarelle und Dokumente aus dem Familienarchiv sowie Skizzen der Arbeiten der Architekten zu sehen. Im ersten Saal des Museums sind mehr als 30 Aquarelle und Ölstudien versammelt, die die Wessnins in den 1940er Jahren dem örtlichen Heimatmuseum übergaben. Diese Arbeiten, die hauptsächlich in Jurjewez entstanden, wo die Brüder ihre Kindheit und Jugend verbrachten, umfassen Skizzen, Projekte und Fotografien ihrer ersten Arbeiten. Darunter sind eigenständige Projekte von Leonid für das Kraftwerk Schatura, industrielle Objekte von Viktor und Theaterprojekte von Alexander. Der zweite Saal ist dem Leben und Schaffen der Brüder Wessnin in der Nachrevolutionszeit gewidmet.
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