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Mietshaus O.S. Petrowskaja

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Noch vor dem Abschluss seines Studiums arbeitete Dmitri Michailowitsch Tschelischew als Assistent des Stadtarchitekten und nahm am Bau von Mietshäusern in der Starokonjuschennaja und der Gagarin-Straße teil, wobei er sich einen guten Ruf in der Fachwelt erwarb.

Im Jahr 1911, gerade das Moskauer Institut für Malerei, Bildhauerei und Architektur abgeschlossen, erhielt Tschelischew, bereits ein bekannter Architekt, den Auftrag zur Planung und zum Bau eines neuen Mietshauses an der Kreuzung der Siewzew-Wraschek-Straße und der Geldstraße.

Bis 1913 war der Bau des fünfstöckigen Mietshauses, in dem auch Tschelischew mit seiner Familie wohnte, abgeschlossen. Das Gebäude ist im neoklassizistischen Stil gehalten, seine Fassaden sind mit symmetrischen Erkern mit horizontalen Profilen geschmückt, und der mittlere Erker gestaltet die Ecke des Gebäudes.

Seit 1913 lebte der Dichter Sergej Jessenin mit seiner ersten bürgerlichen Frau Anna Isrjadnowa in einem kleinen Zimmer der Wohngemeinschaft Nr. 14, die er in der Druckerei „Gesellschaft I.D. Sytyn“ kennengelernt hatte. Anna beschrieb ihren Heimweg: „Ich ging über den Smolenski-Boulevard, dann durch die Gasse in Richtung Arbat, bog vor dem Arbat nach rechts ab und dann in die Seitenstraße nach links…“. Im Jahr 1914 wurde hier Jessenins Sohn Georgij geboren, der bis zu seiner Erschießung im Jahr 1937 in diesem Haus lebte. Nach der Trennung von Anna Isrjadnowa besuchte der Dichter oft seinen Sohn, und 1925 verbrannte er in der winzigen Küche seine Manuskripte vor seiner letzten Reise nach Petrograd. In den Jahren 1938-1939 war hier die Mutter von Jessenin, Tatjana Fjodorowna, gemeldet.

In den ersten Jahren nach der Revolution wurde das Mietshaus von Petrowskaja zum Kommunenhaus des Mospoligraf. Im Jahr 1940 baute Tschelischew es um ein weiteres Stockwerk auf. In der Sowjetzeit beschäftigte sich der Architekt hauptsächlich mit Aufstockungen und Rekonstruktionen, auch seiner eigenen Gebäude.

Das Haus ist bis heute bewohnt. Hier wurde der Volkskünstler Russlands, Filmregisseur Sergej Nikonjenko, geboren und wuchs auf. Zu seinen Gästen zählten Wassili Schukschin, Andrei Mironow und viele andere bekannte Schriftsteller, Musiker und Schauspieler. Auf Initiative von Nikonjenko wurde 1994 im Haus, in dem der Dichter lebte, das Jessenin-Kulturzentrum gegründet. Es gelang dem Schauspieler, einzigartige Gegenstände zu sammeln, die der Familie des Dichters gehörten. Die Ausstellung des Zentrums spiegelt den gesamten kreativen und Lebensweg des großen russischen Dichters wider. Im Kulturzentrum werden auf Anfrage Führungen angeboten.

Geo-Punkt

Доходный дом О.С.Петровской

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