Die Lazaruskirche des Muromski-Klosters ist eines der ältesten erhaltenen hölzernen Kultgebäude in Russland. Sie befand sich am südöstlichen Ufer des Onega-Sees und wurde der Überlieferung nach im 14. Jahrhundert von Mönch Lazarus, dem Gründer des Klosters, errichtet. Im Jahr 1960 wurde die Kirche in das Kizhi-Reservat versetzt. Es handelt sich um eine typische Klosterkirche, die bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts in Zaonezh verbreitet war. Die Lazaruskirche ist klein: 8,8 Meter lang und 3,6 Meter breit. Sie besteht aus drei Zellen, die jeweils mit einem Satteldach bedeckt sind, und die mittlere Zelle ist mit einer kleinen Kuppel gekrönt. Die Wände der Kirche sind „in der Rundung“ gezimmert, was ihr Ähnlichkeit mit landwirtschaftlichen Gebäuden verleiht. Solche Kapellen wurden im Süden der Regionen Archangelsk und Wologda oft „Scheunen“ genannt, die sich nur durch das Vorhandensein einer kleinen Kuppel auf dem Dachfirst von Scheunen unterscheiden.
Die innere Ausstattung der Lazaruskirche ist praktisch unverändert erhalten geblieben und bietet Interesse als Beispiel für die Gestaltung des Innenraums in kleinen Räumen. Kapellen dieses Typs waren wahrscheinlich im Norden im 14. und 15. Jahrhundert verbreitet, insbesondere in kleinen Dörfern.
Beim Betreten der Lazaruskirche fällt dem Besucher sofort die Wand mit der Tür auf, die in den Hauptraum führt. In der halbdunklen Vorhalle entsteht der Eindruck, dass die Wand aus riesigen, dicken Stämmen gebaut ist, was durch die massive, schmale Tür betont wird. Diese Tür, umrahmt von einem dicken, gezimmerten Rahmen und über dem Boden erhöht, ist ein wichtiger Teil des Innenraums. Das Hauptelement der inneren Ausstattung ist der farbenfrohe Ikonostase, der von den seitlichen Fenstern beleuchtet wird.
Der Ikonostase in der Kirche ist ungewöhnlich: Er besteht aus zwei Ebenen, der oberen „Deesis“ und der unteren, „lokalen“. Die meisten Ikonen stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Besonders hervorstechend sind die Ikonen der oberen Reihe, die die Erzengel Michael und Gabriel, die Apostel Petrus und Paulus sowie die miniaturisierten königlichen Tore darstellen. Um die Höhe des Raumes visuell zu erhöhen, sind auf den Türflügeln lebensgroße Figuren von Basilius dem Großen und Johannes Chrysostomus abgebildet. Der Künstler verzichtete auf das traditionelle Motiv mit den vier Evangelisten, da dies eine Unterteilung der Flügel in quadratische Felder erfordert hätte.
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