Die Kirche des Seraphim von Sarow im vorrevolutionären Rostow am Don ist einer der wiederbelebten Tempel, die während der Herrschaft von Nikolaus II. erbaut und von den Bolschewiken zerstört wurden. Die Geschichte der Gemeinde begann nach der Heiligsprechung des Einsiedlers, als im Herbst 1899 der Pfarrer der Gnilowsko-Troizki-Kirche den Erzbischof von Don und Nowotscherkassk, Athanasius, um die Erlaubnis bat, eine neue Kirche zu bauen. Die Genehmigung wurde erteilt, und bald wurde ein Kuratorium unter der Leitung des Kosaken Grigori Petrow gegründet. Die Mittelbeschaffung, die Erstellung des Projekts und die Vorarbeiten dauerten mehrere Jahre, und im Juli 1903 wurde der Bauplatz festgelegt.
Die Bewohner der Gnilowskaja Staniza gehörten zu den ersten in Russland, die eine Kirche im Namen des heiligen Seraphim von Sarow, eines der verehrtesten orthodoxen Heiligen, errichteten. Der erste Stein wurde 1904 gelegt, und 1911 wurde der Bau dank der Spenden der Gemeindemitglieder abgeschlossen. Am 4. Dezember 1911 weihte der Dekan des Aksai-Bezirks, Protopresbyter Alexander Grigorjew, die neue Kirche.
Mit dem Kommen der sowjetischen Macht wurde die Kirche verfolgt: 1922 wurde sie geplündert, und die Reliquien wurden ins Ausland verkauft. Die Kirche wurde 1937 geschlossen, und das Klerus und die Gemeindemitglieder wurden Repressionen ausgesetzt. 1942, nach dem Einmarsch der deutschen und kosakischen Truppen, wurde die Kirche erneut eröffnet und blieb bis 1956 in Betrieb, bevor sie erneut von der sowjetischen Macht enteignet wurde. In den Jahren 1959-1960 wurde das Gebäude zur Musikschule von Glinka umgebaut, die dort bis zum Zerfall der UdSSR und dem Beginn der Wiederbelebung des Kosakentums am Don blieb.
Im Herbst 1992 begannen die orthodoxen Rostower und der „Verband der Kosaken der Gnilowskaja Staniza“ mit der Rückgabe der Gebäude, die der Kirche des Seraphim von Sarow gehörten. Ab Januar 1995 übernahm der Bischof von Rostow und Nowotscherkassk, Panteleimon, die Schirmherrschaft über die Wiederherstellung der Kirche. Am 14. September 2004 weihte Bischof Panteleimon die neu erbaute Kirche. Dank der Bemühungen des Pfarrers, des Klerus, des Kuratoriums und der Gemeindemitglieder wurden die Arbeiten zur Wiederherstellung der Innenausstattung abgeschlossen, und in der Kirche finden wieder Gottesdienste statt.
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